Einfach bis fein – Hackfleisch, aber gern!

HackfleischDa ich gerade etwas Leckeres aus Hackfleisch genossen habe, kam mir die Idee, doch mal darüber zu schreiben. Warum nicht mal Hackfleisch? Eine wahnsinnig vielseitige Alternative zu „besseren“ Gerichten, was so eigentlich gar nicht stimmt. Ich bin ein großer Fan (natürlich auch von allem anderen), probiere auch gern was aus.

Natürlich gibt es auch zu diesem Thema Wissenschaftliches zu berichten, hätte ich gar nicht gedacht:

Hackfleisch wird auch Gehacktes, Gewiegtes, Faschiertes oder Haschee genannt, je nach Landstrich. Es ist mehr oder weniger fein gehacktes, grob entsehntes Muskelfleisch, das als einzige Beigabe maximal 1 % Salz enthalten darf. Es wird heute meist maschinell hergestellt (Fleischwolf) und ist wesentlich schneller gar als ganze Fleischstücke. Es kann auch roh verzehrt werden.

Da rohes Hackfleisch leicht verderblich ist, gab es sogar in Deutschland eine Hackfleischverordnung, danach durfte Hackfleisch nur am selben Tag verkauft werden. Seit 8.10.2007 sind die Regelungen in der Tierischen Lebensmittel-Hygiene-Verordnung enthalten.

Es gibt auch EU-Hackfleisch, hätte ich nicht gewusst! Das ist Hackfleisch, das in Betrieben mit einer speziellen EU-Zulassung unter besonderen hygienischen Anforderungen hergestellt wird. Es wird unter Schutz-Atmosphäre verpackt, das ist ein Gasgemisch, das die rote Farbe länger erhält. Es ist einige Tage länger haltbar.

Wer es ganz genau nachlesen möchte: http://de.wikepedia.org/wiki/Hackfleisch

Hackfleisch gibt es aus Rind-, Schweine-, Lamm-, Hammel-, Wild-, Kalb-,  Geflügelfleisch!!

Spezielles: Brät – Grundmasse für Wurstherstellung, Mett vom Schwein und Tatar vom Rind sind gewürzte Hackfleischmischungen zum Rohessen.

Nun aber genug der Vorrede, ich habe ganz tolle internationale Hack-Steak-Rezepte entdeckt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die üblichen, Frikadellen, Klopse, Bolognese-Sauce usw. usw. kennen ja alle, denke ich. Die Vorteile von Hack-Steaks sind, dass man sie ohne Brot und Ei gut vorbereiten kann. Weil sie so flach sind, braucht man sie nicht lange braten.

Italien – Hack-Steaks „Napoli“ – für 4 Personen

1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 4 EL Olivenöl, 1 Dose (400 g) stückige Tomaten, Salz, Pfeffer, 1 TL Balsamico-Essig, 50 g entsteinte grüne Oliven, 1 kleine Zucchini, ½ Bund Basilikum, ½ Bund Thymian, 100 g Parmesan am Stück, 500 g Penne-Nudeln, 600 g gemischtes Hackfleisch.

Zwiebel und Knoblauch abziehen, fein würfeln. 2 EL Öl in einem Topf erhitzen, Knoblauch und Zwiebel darin andünsten. Tomaten zugeben, 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Balsamico würzen.

Oliven hacken, Zucchini waschen, putzen, würfeln. Etwas Basilikum und Thymian beiseite legen zum Garnieren. Vom Rest Blättchen abzupfen und klein schneiden. Die Hälfte des Parmesans fein reiben, Rest hobeln. Nudeln garen, abgießen.

Inzwischen Hackfleisch mit Zucchini, Thymian, geriebenem Parmesan und Oliven verkneten. Mit Salz, Pfeffer würzen. 8 Steaks formen, in einer heißen Pfanne in übrigem Öl auf jeder Seite 3-4 Minuten braten.

Basilikum in die Sauce rühren und mit den Nudeln mischen. Mit Hack-Steaks auf Tellern anrichten, mit Kräutern und Parmesanspänen garniert servieren.

Für Interessierte: Pro Portion 710 kcal/2990 kj, 27 g Kohlenhydrate, 43 g Eiweiß, 48 g Fett.

Griechenland – Hack-Steaks mit Bauernsalat – 4 Portionen

5 Tomaten, 1 Salatgurke, 2 rote Zwiebeln, 50 g schwarze Oliven, 4 milde Peperoni (Glas), 6 EL Olivenöl, 3 EL Weißweinessig, 1 TL Honig, Salz, Pfeffer, 1 Bund Lauchzwiebeln, 1 Bund Oregano, 200 g Feta, 150 g Naturjoghurt, 1 Knoblauchzehe, 600 g Lammhackfleisch, ersatzweise Gemischtes, Paprikapulver.

Tomaten waschen, putzen, in Spalten teilen. Gurke waschen, Zwiebeln abziehen, beides halbieren, in Scheiben schneiden. Alles mit Oliven und Peperoni mischen. 4 EL Öl, Essig, Honig, Salz und Pfeffer verrühren, mit Salatzutaten mischen.

Lauchzwiebeln putzen, waschen, in Ringe schneiden. Etwas Oregano zum Garnieren beiseite legen. Vom Rest Blättchen abzupfen und hacken. Feta zerbröseln. Lauchzwiebeln, Joghurt und Feta mit der Hälfte des gehackten Oregano verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Knoblauch abziehen, hacken, Fleisch mit übrigem Oregano, Salz, Pfeffer, Knoblauch verkneten. 4 Steaks formen.

Restliches Öl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, Steaks auf jeder Seite 2-3 Minuten braten. Käsemasse auf den Steaks verteilen und mit Paprikapulver bestreuen. Unter dem Backofen-Grill 3-4 Minuten übergrillen. Steaks mit Oregano garnieren, mit Bauernsalat servieren.

Pro Portion: 550 kcal/2310 kj, 11 g Kohlenhydrate, 44 g Eiweiß, 36 g Fett.

Mexiko – Tex-Mex-Steaks – 4 Portionen

1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Dose weiße Bohnen (Abtropfgew. 425 g), 1 Dose Kidneybohnen (Abtropfgew. 212 g), 3 EL Öl, 50 g Speckwürfel, 1 Dose stückige Tomaten (400 g), Salz, Pfeffer,

1 TL Honig, ½ Bund Petersilie, 4 Tomaten, Worcestersoße, 1 Chilischote, 600 g gemischtes Hackfleisch, 1 EL Paprikapulver, nach Belieben 1 Msp. Kreuzkümmel.

Zwiebel und Knoblauch abziehen, hacken bzw. würfeln. Bohnen in ein Sieb gießen, kurz abbrausen. In einem Topf 1 EL Öl erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Speck darin anbraten. Bohnen und stückige Tomaten zugeben, mit Salz, Pfeffer und Honig würzen und 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Inzwischen Petersilienblättchen abzupfen, hacken, Tomaten ½ Minute in kochendes Wasser legen, abschrecken, häuten und würfeln. Mit Petersilie zu den Bohnen  geben, 3-4 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Worcestersoße würzen.

Chili waschen, fein hacken, mit Hackfleisch, Salz, Pfeffer und Paprika verkneten. Nach Belieben Kreuzkümmel zugeben. Daraus 4 Hack-Steaks formen. Restliches Öl in einer Pfanne erhitzen, Hack-Steaks darin 3-4 Minuten von jeder Seite braten. Steaks mit Bohnen servieren.

Dazu passen: Nacho-Chips.

Pro Portion: 705kcal/2970kj, 39 g Kohlenhydrate, 42 g Eiweiß, 43 g Fett.

Thailand – Curry-Kokos-Hack-Steaks – 4 Portionen

2 rote Paprikaschoten, 500 g Brokkoli, 1 Bund Lauchzwiebeln, 100 g Sojasprossen, 1 Baby-Ananas, 1 walnussgroßes Stück Ingwer, 600 g Putenhackfleisch (ersatzweise Gemischtes), Salz,

2 TL Currypulver, 2 EL Sonnenblumenöl, 1 EL geröstetes Sesamöl (ersatzw. Sonnenblumenöl),

400 ml Kokosmilch (ungesüßt; Dose), Zitronensaft und Sojasauce zum Abschmecken, 30 gehackte, geröstete Erdnüsse.

Paprika putzen, in Streifen schneiden. Brokkoli putzen, in Röschen teilen. Lauchzwiebeln putzen, in breite Ringe schneiden. Sprossen abbrausen. Backofen auf 100 Grad (Umluft: 80 Grad) heizen.

Ananas schälen, längs vierteln, den Strunk entfernen. Fruchtfleisch fein würfeln, auf Küchenpapier abtropfen lassen. Ingwer schälen, fein hacken. Hack mit der Hälfte des Ingwers, Curry und Salz würzen. Ananas zugeben, alles verkneten. Daraus 12 kleine Steaks formen.

In einem Wok oder einer großen Pfanne Öl erhitzen. Hack-Steaks portionsweise 2-3 Minuten auf jeder Seite braten.

Steaks herausnehmen, in eine Auflaufform legen, im Ofen warm halten. Gemüse zusammen mit übrigem Ingwer in die Pfanne geben, im Bratfett 5 Minuten dünsten. Kokosmilch angießen, 5 Minuten köcheln lassen. Mit Zitronensaft und Sojasauce abschmecken.

Hack-Steaks mit Gemüse in Schüsseln oder auf Tellern anrichten und mit Erdnüssen betstreut servieren.

Pro Portion: 670 kcal/2820 kj, 40 g KH, 38 g EW, 39 g F

Nun muss ich aber unbedingt noch ein Rezept empfehlen (das, was ich gerade genossen habe, siehe ganz oben!) : Ein in England sehr populäres Gericht, dort hauptsächlich aus Lammfleisch (darum  Shepherds Pie). Ich habe es von meiner in England – in den Midlands – aufgewachsenen Schwiegertochter gern übernommen:

England – Shepherds Pie ( Schafhirten-Auflauf) 4 Portionen – von Silvana

200 g Karotten, 2 große fruchtige Zwiebeln, Salz, Pfeffer, 500 g gemischtes Hackfleisch, 2 EL Pflanzenöl, 250ml Rinderbouillon (oder Gemüsebouillon), 1 TL getrockneter Thymian, 1 EL gehackte Petersilie, 1 EL Tomatenmark, Kartoffelpürree (1 Tüte Pulver) oder natürlich auch selbstgemacht, ca. 30 g flüssige Margarine, evtl. Reibkäse

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Zwiebeln und Karotten schälen und würfeln. Das Hackfleisch in heißem Öl kräftig anbraten, dabei sollte es schön krümelig werden. Zwiebeln und Möhren zugeben und mitbraten. Dann noch die Bouillon, das Tomatenmark, den Thymian und die Petersilie hinzufügen und das Ganze aufkochen. Bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Kartoffelpürree nach Anleitung zubereiten, oder wenn Sie es selbst herstellen, Kartoffeln kochen, heiße Milch dazu, würzen, etwas Butter und stampfen.

Geben Sie das Hackfleisch in eine Auflaufform und verteilen Sie es gleichmäßig. Darüber das Kartoffelpürree verteilen. Mit flüssiger Margarine beträufeln.  Evtl. kann man auch nach Belieben Reibekäse darüber geben.

Im Backofen in ca. 25 Minuten goldgelb überbacken. Silvana serviert den Shepherds Pie mit einer Reihe Tomatenscheiben quer darüber, die mit Salz und Petersilie bestreut sind.

Da läuft einem doch schon das Wasser im Munde zusammen!

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Ein Kommentar to “Einfach bis fein – Hackfleisch, aber gern!”

  1. Rosel sagt:

    Hallo Eva, mein, von meiner Schwiegermutter übernommenes Hackfleich-Rezept, ist, dank unserer Familiensituation, bereits international. Es ist superschnell zubereitet: Die gute alte Mehlschwitze mit Zwiebel, Flüssigkeit ( Brühe ) nach Bedarf, ca. 400 g Thüringer Mett darin verarbeiten, dazu Salzkartoffeln und Salat nach Jahreszeit. Hat unsere Schwiegertochter letztens in Shanghai zu Mittag gemacht, als ihre Mutter und Schweser zum Essen da waren. Wegen der Mett-Soße wird dieses Gericht bei uns schlichtweg „Matschkartoffeln“ genannt, meine Schwiegermutter sagte dazu „Beamtenstippe“. Viele liebe Grüße und eine schöne Adventszeit! Rosel

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