Adventsbräuche in Euopa

In Deutschland ist der Advent die Zeit der Lichter und Kerzen, Adventsschmuck in Stadt und Land. Auch in den Wohnungen wird adventlich geschmückt, die meisen haben einen Adventskranz oder ein Gesteck mit Tannenzweigen. In vielen Familien wird noch (oder wieder) gebacken, gebastelt und auch gesungen. Ein alter Brauch ist, am Barbaratag (4.12.) nicht nur den Kindern was Süßes in die Schuhe zu stecken, sondern auch Kirschzweige von draußen zu holen in die warme Wohnung. Es ist schön, wenn sie dann zu Weihnachten blühen. Dann kommt am 6.12. der Nikolaus, das wird auch überall begangen.

Da ist man doch mal neugierig, wie wohl die anderern Europäer Advent feiern. Es gibt da so viele verschiedene Bräuche, landestypisch. Eine kleine Auswahl, was ich gelesen habe. Vieles ist auch bekannt, wird aber bei uns meist nicht begangen.

England: Im Advent werden die Wohnungen mit Girlanden dekoriert und die Weihnachtskarten werden an Wäscheleinen, die quer durchs Zimmer gespannt werden, mit Klammern angehangen. Das haben sich manche hier bei uns auch abgeguckt. Unverzichtbar ist, einen Mistelzweig über einer Tür aufzuhängen. Das hat eine lange Tradition, denn Mistelzweige sind ein Symbol für Frieden. Wenn sich früher zwei Feinde unter einem Mistelzweig trafen, umarmten sie sich. Heute wird der Brauch auch so abgewandelt, wenn sich ein junges Pärchen unter dem Mistelzweig an Weihnachten küsst, werden sie heiraten. Dieser Brauch hat sich hier in Deutschland auch eingebürgert.

Italien: In Italien dauert die Adventszeit vom 6.Dezember bis zum 6. Januar. In Italien gibt es ein Lichterfest am 13.Dezember. Das wird zu Ehren der heiligen Luzia, der Lichterkönigin, gefeiert. Die Legende erzählt, dass die heilige Luzia armen Menschen ihr ganzes Geld vererbt hat. Kinder In manchen Gegenden Italiens ist das Weihnachtspokern üblich. Da laden Familien einmal in der Woche zum Kartenspielen ein. Es wird um Geld gespielt, der Gewinner kauft davon Weihnachtsgeschenke.

Schweden. Auch hier gibt es das Lichterfest zu Ehren der heiligen Luzia. Die Mädchen haben Kränze im Haar mit Kerzen sowie weiße Gewänder mit einem roten Band um die Taille. Traditionell spielt die älteste Tochter in der Familie die Luzia. Das Fest beginnt am Morgen in der Familie, setzt sich in Schulen, Betrieben und Veranstaltungen fort. Der Luzia folgen andere, genau so gekleidet, aber auch Luziaknaben und Wichtel in einer Prozession. Sie singen Luzialieder und es gibt ein bestimmtes Gebäck zu essen, lussekatter. Auch in Norwegen, Dänemark und Finnland erfreut sich dieses Fest wachsender Beliebtheit.

Dänemark: In Dänemark kommt zu Weihnachten der Julemand, das ist der dänische Weihnachtsmann, der die Kinder beschenkt. Seine Helfer sind die Nissen, Wichtel mit roten Mützen. In Dänemark wie überall in Skandinavien werden im Advent die Julkuchen gebacken, Hefekuchen verschiedener Art. Außerdem gibt es ein typisches Adventsessen, eine Art Milchreis, in dem eine Mandel versteckt ist. Wer sie findet, bekommt ein Mazipanschweinchen. Das ist das Zeichen für Glück im nächsten Jahr. Dieses Essen ist auch sehr beliebt an Weihnachten im Familienkreis.

Polen: Hier beginnt der Advent mit dem Andreasabend, am 30.November. Dieser Abend wird gefeiert im Familien- und Freundeskreis, und zum Abschluss gibt es einen besonderen Brauch. Dann träufeln die Besucher Wachs auf ein Blatt Papier. Die daraus entstandenen Figuren werden gedeutet, was wohl im nächsten Jahr sein wird. Dieser Brauch ist ähnlich unserem Bleigießen an Silvester.

Estland: Hier gibt es die Sage, dass in den Adventsnächten Hexen ihr Unwesen treiben und allerhand Schabernack anstellen. Sie können auch verzaubern und suchen Besen, damit sie noch mehr Unsinn treiben können. In dieser Zeit räumen die Esten, besonders auf dem Land, wo es noch Reisigbesen gibt, ihre Scheunen auf. Die Reisigbesen, die meist in den Scheunen sind, werden auch blitzsauber gemacht. Man erzählt sich nämlich, dass Hexen auf sauberen Besen nicht fliegen können. Vor allem für die Kinder ist das ein Ansporn, tüchtig bei der Besenreinigung zu helfen. Es wird dann aufgepasst, ob die Hexen was verzaubert haben oder etwas von allein verschwunden ist. Wenn alles in Ordnung ist, bekommen die Kinder nämlich eine Belohnung. So bekommen sie viele kleine Süßigkeiten während der Adventszeit. Angeblich, so wird ihnen erzählt, bringen ihnen diese die Gnomen, die auch Waldschrate genannt werden.

Foto: Kurt Bouda / pixelio.de

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