Andere Länder, andere Sitten – was für Reisende wichtig wäre

Wer hat es nicht schon mal erlebt auf Reisen, dass unsere Sitten und Umgangsformen woanders gar nicht angebracht sind oder andere Bedeutungen haben. Selbst im Zeichen der Globalisierung gibt es halt andere Kulturkreise. Da kann man leicht ins Fettnäpfchen treten.

Leider habe ich oft auf Reisen Landsleute getroffen, die der festen Überzeugung waren, sie machen es allein richtig. Aber auch, dass muss man der Ordnung halber sagen, Reisende aus anderen Nationen. Die meisten machen sich nämlich gar keine Gedanken darüber, dass andere Völker sich eben anders benehmen.

Da gibt es sogar zahlreiche Bücher, sogar einen Auslands-Knigge, der natürlich nicht den Reiseführer ersetzt, aber doch gute Tipps gibt, das wäre von Susanne Rohner, beispielsweise, 3.95 Euro. Sie habe, so las ich, bei ihren Recherchen allerhand entdeckt, was man einfach so nicht weiss. Allgemeine Regeln gibt es naturgemäß nicht, nur eine Äußerung fand ich sehr gut, die ich immer verinnerlicht habe auf meinen Reisen. Es gäbe kein Land der Welt, so sich die Bewohner nicht freuen würden, wenn man wenigstens Bitte, Danke, Guten Tag in ihrer Sprache versuchen würde. Dann ist schon der erste Kontakt ein guter.

Dann las ich, dass es sogar interkulturelle Trainer gibt, die Reisende auf fremde Kulturen vorbereiten, meist im Auftrag einer Gesellschaft oder Stiftung. Da wird zu Recht geraten, sich mal in ein Cafè zu setzen und die Menschen zu beobachten. Dann einfach höflich fragen, wie macht Ihr dieses oder das.

Mit der Religion ist das auch so eine Sache, viele Reiseführer raten dazu, Fragen dazu und auch zu der Politik des Landes zu umschiffen. Was unbedingt eingehalten werden muss, ist die Kleiderordnung im Islam. Dann noch dazu, eine gläubige Muslima darf beispielsweise einem fremden Mann nicht die Hand reichen. Oder Kubaner erwähnen beim Gespräch nicht den Namen Fidel Castros, sondern machen mit der Hand eine Geste, die seinen Bart meint. Das hat wohl auch mit dem staatlichen Geheimdienst zu tun.

Da gibt es viele Beispiele, ich picke nur ein paar raus, über die ich gelesen habe: Beispiel Japan, da verbeugt man sich ja, aber ein Besucher demütigt seine Gastfamilie, wenn er sich nicht so tief verbeugt wie sie. Es hat dann den Anschein für sie, dass er sich im Rang über die Gastgeber stellt. Reisende in der arabischen Welt sollten beim Essen nur die rechte Hand verwenden, da die linke als unrein gilt und laut einer Überlieferung vom Teufel gesteuert ist. Oder dass in der Türkei eine Einladung zum Essen sofort mit einer Gegeneinladung ausgesprochen werden soll. Oder, das war mir schon bekannt, dass man russische Gastgeber erfreut, wenn man besonders viel Alkohol trinkt. Da bleibt nur die Ausrede, dass man mit dem Auto da ist. Dagegen in Italien wird ein betrunkener Gast als peinlich empfunden.

Auch in Europa, gleich nebenan beispielsweise, sind andere Sitten üblich. In der Schweiz sagt man nur „Tschüs“ zu jemanden, mit dem man schon sozusagen Pferde stehlen war. In der Türkei gilt das o.k.Zeichen, Daumen und Zeigefinger zu einem O geformt, als obszöne Geste. In Norwegen sollte man sich nicht mit“Takk for alt“, also Danke für alles verabschieden, das wird nämlich auf Grabsteine geschrieben. In Finnland ist es verpönt, Pfeffer- und Salzstreuer weiter zu reichen, das bringt angeblich Unglück.

Dann ist manchmal für Touristen nicht einfach herauszubekommen, wann Ja und Nein auch wirklich so gemeint ist.  Da ist es schon vorgekommen, dass Einheimische, die den Fragen nicht enttäuschen wollen mit Nein, ihn einfach beispielsweise bei der Frage nach einem Hotel, irgendwohin geschickt haben.

Was sehr wichtig ist, ich auch nicht wusste, es gibt bestimmte Fragen, die unbedingt im Vorfeld abgeklärt werden sollten. Da gibt das Auswärtige Amt sogar Hinweise, ob etwa mit einer Strafe zu rechnen ist. Das hat man ja schon öfter gehört. Auf www.auswaertiges-amt.de kann man sich da schlau machen. Beispielsweise Homosexuelle, die auch so leben wollen, sollten nicht nach Malaysia fahren. Dort drohen ihnen 20 Jahre Haft und Stockschläge. Wer in den USA seine leicht bekkleideten Kinder am Strand fotografiert, ein anderes Beispiel, kann sich eine Klage wegen  Kinderponograhie einhandeln.

Wie gesagt, andere Länder, andere Sitten, aber ich denke, mit richtiger Vorbereitung und mit Toleranz unsererseits und Respekt und gutem Willen für die Gastgeber sollte einem ungetrübten Urlaub nichts im Wege stehen.

Foto: piu700 / pixelio.de

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