Belfast – ein attraktives Reiseziel

Belfast – die unbeugsame Stadt, wie sie auch genannt wird, profitiert vom nie erlöschenden Interesse an der Titanic-Katastrophe.

Die „Titanic“ und ihr kleineres Tenderboot  „Nomadic“wurden einst bei Harland & Wolff in Belfast gebaut, damals die größte Werft der Welt. Heute ist die „Nomadic“ das letzte erhaltende Schiff der legendären White-Star-Flotte.

Als Tenderboot sollte die „Nomadic“ die Passagiere in Cherbourg zu den Ozeanriesen “ Olympic“ und „Titanic“ bringen. Die waren einfach zu groß, um im Hafen anzulegen. Ein letztes Mal brachte sie im April 1912 Passagiere zur „Titanic“ – am 14. April 1912 sank diese im Atlantik. Im Jahre 2009 kehrte die „Nomadic“ als Museumsschiff nach Belfast zurück, so sie heute im Hamiltonn Dock  zu besichtigen ist. Vorher war sie sogar im Zweiten Weltkrieg als Minenräumer im Einsatz, bevor sie wieder als Tenderschiff diente. Es ist alles noch so wie zu Zeiten der „Titanic“ im Inneren erhalten, sehr komfortabel und elegant.

Nahebei erhebt sich das größte Titanic-Museum der Welt über der Werft Harland & Wolff. Es ist ein sehr beeindruckender Bau – die Fassade besteht aus 30000 Silberplatten – und fesselt durch seine Geschichten von Herbrys und Tod im eiskalten Atlantik. Hier kann man aber auch über die maritimen Traditionen Belfast lernen. Schon vor 400 Jahren wurden hier Schiffe gebaut.Der Schiffsbau hat Belfast sichtbarer geprägt als die Machtkämpfe zwischen Protestanten und Katholiken, wofür die Stadt leider sehr bekannt ist.

2003 fertigte die Werft Harland & Wolff ihr letztes Schiff. Die Bewältigung des Niedergangs dieser Industrie ist prägend für die Stadt, die immer schwer zu kämpfen hatte und die sich immer wieder aufrappelte. Bis heute werden auf der Werft Reparaturen und Wartungen durchgeführt. Im Sommer legen hier Kreuzfahrtschiffe an, deren Passagiere sich Nordirlands Gärten, wo „Game of Thrones“ gedreht wurde, ansehen wollen. Auch der Giant´s Causeway, eine aus 40.000 Basaltsäulen bestehende Gesteinsformation an der Küste, wird gern besucht.

Gleich neben dem Titanic-Museum gibt es seit 2017 im historischen Hauptquartier von Harland & W0lff das Hotel „Titanic Belfast“. Mit vielen originalen Erinnerungsstücken lässt es die Gäste gleichzeitig an der Geschichte der Werft teilnehmen, die über 1700 Schiffe baute und in den 1940er Jahren 35.000 Menschen beschäftigte. Bis 2030 sollen es wieder 30.000 Arbeitsplätze werden. Das ist das Beispiel für einen geglückten Strukturwandel.

Das ist für Belfast ein wichtiges Signal – denn seit die religiös und politisch motivierten Unruhen offiziell beendet sind, blickt die Stadt nach vorn. Für Besucher sind  die Spuren des Konflikts jenseits politischen Wandbilder auf den „Friedenslinien“, den Mauern zwischen den katholischen und protestantischen Vierteln, nicht sichtbar. Im Gegenteil, und das freut alle, ist die einst gebeutelte Stadt ein attraktives Reiseziel geworden – mit dynamischem Nachtleben, dem schönen Universitätsviertel un den hervorragenden Restaurants.

Wer Näheres über die Museen wissen will (Eintritt, Öffnungszeiten etc.), kann sich auf www.nomadicbelfast.com und www.titanicbelfast.com informieren.

Foto: Wilfried Giesers / www.pixelio.de

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