C.a.f.f.e.e.- trink nicht soviel Kaffee..

So haben wir als Kinder ein Lied gesungen, dass von keinem Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart gedichtet und komponiert wurde. Da aber meiner Meinung nach im Gegensatz von früher Kaffee und Kaffeetrinken Kultur ist, habe ich in der Kaffeegeschichte gestöbert und auch für die Gegenwart Interessantes gefunden.

Heimisch war die Pflanze Coffea in Afrika und ist erst dann in die übrigen Kontinente gelangt. Um ihre Entdeckung ranken sich einige Legenden: Um 850 n.Chr. sollen Mönche erstmals in der äthiopischen Provinz Kaffa aus den kirschartigen Früchten einen Aufguss bereitet haben, der sie wachhielt. Dann gibt es eine Geschichte, nach der sogar der Prophet Mohammed durch den Genuss von Kaffee, den ihm der Erzengel Gabriel reichte, wieder genesen sein soll. Noch eine Erzählung handelt von dem jungen Derwisch Omar, der in eine Steinwüste verbannt wurde. Die Kaffeekirschen hielten ihn am Leben und er brachte sie mit zurück.

Historiker leiten das Wort Kaffee vom arabischen“Kahwe“ oder „Qahwa“ ab, das Lebenskraft und Stärke bedeutet. Nachdem der Handel lange in arabischer Hand lag, kam es durch verschiedene Länder in ihre Kolonien und so wurde es ein weltweites Handelsgut. Der größte Kaffeeproduzent ist Brasilien mit vier Millionen Kaffebäumen, Zweiter ist Vietnam, Dritter Kolumbien. Hochwertiger Kaffee und Raritäten kommen aus Zentralamerika. In 80 Ländern der Welt wird Kaffee angebaut, auf zehn Millionen Hektar!

Obwohl es 60 Arten von Kaffeebäumen gibt, sind nur zwei am meisten am Weltmarkt beteiligt, die Sorte Coffea Robusta und die Coffea Arabica. Die Robusta hat doppelt soviel Koffein wie die Arabica und ist für die Kaffeepflanzer einfacher zu behandeln. Die Pflanze ist derb, robust und unempfindlich gegen das Wetter. Dagegen die Arabica, die ein feineres Aroma hat, ist sehr empfindlich, sie reift länger und kann weder viel Niederschlag oder auch Sonne vertragen.

Nun was zum Kaffeetrinken: Bekanntlich ist in fast jedem Land eine andere Art üblich, den Kaffee zu trinken, starker Kaffee in Frankreich und besonders in Italien. Dorther kommt ja auch der Espresso, der Cappuccino und Latte Macchiato. Diese sind heute hier in Deutschland auch schon sehr beliebt. Aus der Türkei kommt der rabenschwarze Mokka. Da gibt es wie in anderen klassischen Mokkaländern auch Gewürze wie Kardamom als Beigabe. Ganz oben in meiner Gunst und bei vielen, vielen andern steht natürlich auch die österreichische Kaffeekultur. 1683 eröffnete hier das erste Kaffeehaus in Wien. Wer kennt nicht die berühmten Sorten, die man im Kaffeehaus bekommt: Fiaker, Einspänner, Pharisäer, Melange usw. Wie viele Filme hat man schon gesehen, wo Wiener Kaffeehäuser vorkamen, Schauspieler wie Hans Moser, Theo Lingen oder auch vor einigen Jahren in einem schönen Fernsehfilm Christane Hörbiger servierten Kaffee. Viele Geschichten gibt es über berühmte Komponisten und Schriftsteller, die ihre Werke im Kaffeehaus niederschrieben! Nicht zu vergessen, was in Irland üblich ist und was hier auch längst die Feinschmecker zelebrieren: Irish Coffee. Der Kaffe wird mit einem Schuss Wiskey und einer Sahnehaube serviert. Erfunden soll es, wie ich gelesen habe, Joe Sheridan in den 1940er Jahren haben. Er hatte ein Restaurant am heutigen Shannon Airport in Westirland.

Noch ein paar Zahlen: Im Jahre 1554 wurde das erste Kaffeehaus „Kiva Han“ in Konstantinopel eröffnet. In Venedig gibt es seit 1720 das „Caffee Florian. Die Verbreitung von Kaffee und auch Tee fiel in die Zeit der Aufklärung, vorher war ja eher Wein, Bier und Schnaps üblich. Im 18. Jahrhundert war Kaffee noch nur das Getränk der feinen Gesellschaft. Um 1850 wurde Kaffee allmählich zum Volksgetränk, da wurde auch die Zubereitung einfacher. Es gab Kaffeemühlen aus Holz und Kaffeeröster für den Herd. 1855 wurde die erste Espressomaschine auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Natürlich haben die Italiener als erste 1901 mit der Herstellung begonnen. 1905 kam der erste koffeinfreie Kaffee auf den Markt, von Ludwig Roselius hergestellt. Schließlich las ich auch die übliche Statistik: In 2009 haben die Bundesbürger im Durchschnitt 150 Liter Kaffee, das sind 1,3 Milliarden Tassen, getrunken!

Ich weiß noch gut, wie meine Großmutter und auch meine Mutter den Kaffee mühsam gemahlen haben. Inzwischen sind diese guten alten Kaffeemühlen Liebhaberstücke oder werden als Zierrat nachgemacht. Aber viele schwören immer noch auf den Aufguß per Hand wie früher. Übrigens gab es auch Zusätze zum Kaffee, erinnere ich mich, Zichorie beispielsweise. (Ich musste nachlesen, eine Pflanze, auch Wegwarte genannt.)

Im allgemeinen wird der Kaffee ja heute (leider) per Maschine zubereitet. Es gibt inzwischen eine Unmenge verschiedene Kaffeemaschinen und Zubehör, beispielsweise Milchaufschäumer. Automaten, die verschiedene Kaffeesorten liefern mit und ohne Milch, findet man in vielen SB-Restaurants, Kantinen usw. Weit verbreitet sind auch die Kaffeemaschinen mit Pads oder Kapseln.  Sie eignen sich meiner Meinung nach mehr für kleinere Haushalte oder wo wenig Kaffee getrunken wird. Bei den Pads sei trockene Lagerung wichtig, habe ich mir sagen lassen, denn Kaffeepulver zieht Feuchtigkeit an. (Ich bevorzuge eine Kaffeemaschine, da bei uns viel Kaffe getrunken wird.)

In dem Zusammenhang stieß ich auf einen Test der Stiftung Warentest im Heft 12/2010 nachzulesen, oder unter: www.test.de. Da wurden Esspressomaschinen getestet. Bei 12 Fabrikaten, bei denen nach verschiedenen Kriterien vorgegangen wurde, Preis, Funktion, Handhabung, Umwelteigenschaften, Sicherheit u.a. gab es die Note gut, zwei bekamen befriedigend. Betreffs Schadstoffe gab es keine Beanstandungen.

Zum Schluss noch was über den Kaffeepreis, was ich kürzlich in der Presse fand: Das am meisten getrunkene Getränk wird teurer. Discounter und Supermärkte verlangen für  eine Packung 10 Cent mehr. Auch Tchibo hatte erst um 50 Cent angehoben, jetzt nochmal. Das war lange nicht da. Auch Dallmayr soll teurer werden. Die Kunden, die fair gehandelten Kaffee kaufen, müssten auch mehr zahlen, so der Transfair-Geschäftsführer. Die Bauern erhalten einen Aufschlag auf den Weltmarktpreis. Die Rohstoffkosten seien dramatisch gestiegen, so wurde auch von Tchibo mitgeteilt. Der hochwertige Arabica-Kaffee sei so teuer wie zuletzt vor 14 Jahren. Ob das die eingefleischten Kaffeetrinker vom Kaufen abhält, bleibt dahingestellt.

Übrigens, zur Geschichte der Kaffee-Kultur gibt es in Aachen ein Museum, das Couven-Museum, habe ich zufällig entdeckt beim Stöbern. Hat auch eine website: www.couven-museum.de

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