Champagner -nicht nur Silvester ein Lebensgefühl

 Wenn ein Schiff getauft wird, eine Hochzeit gefeiert oder sonst ein ganz besonderes gesellschaftliches Ereignis stattfindet, ist er mit von der Partie, der Chamagner.

Auch zu Silvester werden die Sektkorken knallen, das gehört einfach dazu. Warum nicht mal einen Champagner probieren, es muss ja nicht der teuere sein! Man bekommt heute schon auch in Märkten ganz annehmbare.

Aber es war und ist in gewissen Sinne immer ein Symbol von Exklusivität und Luxus. Ich fand so eine interessante Geschichte über sein Entstehen, dass ich das gern weitergeben will.

Der perlende Wein verdankt seinen Namen einem nordfranzösischen Landstrich, eben der Champagne. Der Weinbau wird dort schon seit dem 4. Jahrhundert betrieben. Aber keiner ahnte, welches Getränk mal das Image dieser Landschaft prägen würde. Die Weine waren hochwertig, schon die europäischen Adelshäuser wussten sie zu schätzen. Louis XIV. machte sie zu seinen Hausweinen, das ahmten ihm natürlich viele nach.

Aber bis 1650 waren das normale stille Weine.  Benediktinermönche in der Champagne, wie Dom Pèrignon und Frere Jean Oudart haben schließlich, fast mehr aus Versehen, den Champagner sozusagen erfunden.

Eigentlich ging es den Mönchen nur darum, durch Traubenverschnitte dem Wein noch mehr Qualität zu verleihen. Speziell Dom Pèrignon, der Kellermeister war, beobachtete bei einigen Weinen ein leichtes Perlen. Er empfand das erst als Makel. Diese erst unerwünschten Bläschen dürften das Ergebnis eines natürlichen Prozesses gewesen sein, so haben die Fachleute herausgefunden. Das kühle und rauhe Klima sowie die kurze Vegetationsperiode waren für den Wein mitbestimmend. Es blieb nicht genügend Zeit, den Wein, einfach ausgedrückt, reifen zu lassen. Also in Alkohol umzuwandeln. Die Wintertemperaturen brachten den Fermentierungsvorgang für einige Zeit zum Erliegen.

Erst im Frühling kam die zweite Gärung in der Flasche in Gang. Bei diesem Prozess entsteht Kohlendioxid, sammelt sich in der fest verschlossenen Flasche und sorgt für das entscheidende Kribbeln. Dann hat man versehentlich unfertigen Wein abgefüllt. Als das fertige Produkt gut ankam, hat man in der Folge eine regelrechte Kunst der Verfeinerung entwickelt.

Damit begann der Siegeszug dieses edlen Tropfens. Erst leisteten ihn sich nur die Adelskreise, dann eroberte er die Gunst der Künstler und Intellektuellen, wie Voltaire und auch Goethe. Später kam dann das gehobene Bürgertum auf den Geschmack.

Es gibt ein Zitat von Winston Churchill:“ Bei Siegen hat man ihn verdient, bei Niederlagen braucht man ihn.“ Von Marylin Monroe wird gemunkelt, dass sie sogar in ihm gebadet hat. Es haftet dem Champagner, auch in vielen Operetten und Opern zuhause, immer noch etwas ein Hauch wohliger Verruchtheit an, wie ein Autor zitierte.

Fest steht, dass der Champagner das Modegetränk der Reichen und Schönen wurde, inzwischen  ist es auch für Leute wie Du und ich, nicht eben in den teuersten Lagen was Gutes.

Da muss ich noch was anfügen, was ich gelesen habe, wisst Ihr, was der Champagner der Flugreisenden ist? Tomatensaft! Einer Umfrage zufolge (was es nicht alles gibt) bestellt jeder vierte Deutsche Tomatensaft an Bord. 56 Prozent der Befragten meinten, sie bestellten ihn, weil sie ihn mögen. 23 Prozent meinten, im Flugzeug schmeckte er ihnen plötzlich gut. 15 Prozent gaben an, sie wüssten es auch nicht. Sieben Prozent glaubten, er sei im Flugzeug besonders gesund, vier Prozent, weil die anderen es auch machten. Aber ein Prozent traf in meinen Augen den Nagel auf den Kopf: Sie würden Tomatensaft nur bestellen, weil sie meinen, dass die Vielflieger das so machen und sie dann wie einer von ihnen wirken!

Na denn, Prost, womit auch immer!

Foto: Wandersmann / pixelio.de

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