Die Tricks der Stubenfliegen – auch mal interessant

295633_web_R_by_birgitH_pixelio.deMit großem Interesse war neulich ein Bericht über Stubenfliegen zu lesen. Wieso gerade Fliegen, diese lästigen Biester! Wer setzt sich schon damit auseinander? Aber es lohnt sich! Sie sind hochinteressant! Das frägt man sich beispielsweise, wieso sind sie so schwer zu fangen, warum fallen sie eigentlich nicht von der Decke – und wie kommen sie überhaupt dorthin?

Tatsache ist, Fliegen nerven nicht nur, sie sind Meisterwerke der Natur. Sie passen sich perfekt an verschieden Lebensräume an – leider eben auch unser Wohnzimmer. Ein Geheimnis ihres Erfolges ist die Geschwindigkeit. Sechs bis sieben Kilometer in der Stunde – da muss man die Körperlänge berücksichtigen. Da hat sogar ein Biophysiker die Mühe gemacht, das auszurechnen: Eine Schmeißfliege, die 11,5 mm Körperlänge hat, würde 261 Körperlänge in der Sekunde zurücklegen, so der Wissenschaftler. Zum  Vergleich: Das schnellste Säugetier der Welt, der Gepard, kommt auf 18 Körperlängen; selbst ein Düsenjet schafft bei Schallgeschwindigkeit lediglich 30!

Wissenschaftler haben sich intensiv mit dem Fliegen der Fliegen! befasst. In nur 200 Millisekunden entscheidet demnach die Fliege, woher die Gefahr kommt und leitet die Startvorbereitungen ein. Sie fliegt also nicht einfach los. Das Zentralnervensystem arbeitet dabei zehnmal so schnell wie das unsrige – kein Wunder, dass wir mit der Fliegenklatsche kaum eine Chance haben!

Außerdem haben die Fliegen ja die riesigen Facettenaugen, sie können 300 Bilder pro Sekunde auflösen, wir Menschen können keine 20 Bilder sauber voneinander trennen! Also, so die Experten, das heißt, dass die Fliege die Klatsche wie in Zeitlupe auf sich zukommen sieht, während wir noch zielen.

Dann wäre noch die Frage zu klären, wie kommt die Fliege an die Decke? Auch das haben schlaue Leute ergründet, wie auch immer, bei der Schnelligkeit der kleinen Biester: Sie fliegt die Zimmerdecke in einem steilen Winkel an und streckt kurz vor dem Aufprall die Vorderbeine nach vorn. Sobald die Kontakt haben, macht die Fliege einen halben Purzelbaum, so dass auch die mittleren und hinteren Füße Halt finden. Die Experten haben herausgefunden, dass die Fliegen an den Füßen kräftige und scharfe Krallen haben für poröse Untergründe und kleine Hafthaare für glatte. Der Autor der Abhandlung kam zu dem Schlusssatz: Dann sind sie eigentlich unerreichbar! Wie wahr – und wie unwahrscheinlich vielfältig und einzigartig ist doch selbst im Kleinen die Natur!

Foto: birgitH / pixelio.de

 

 

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