Ein Kronjuwel Englands im Ärmelkanal – Guernsey

190537_web_R_K_B_by_Karl-Heinz Schack_pixelio.deGuernsey ist nach Jersey die zweitgrößte britische Insel im Ärmelkanal vor der französischen Küste. Darum ist es auch international hier – man spricht Englisch, genießt wie Gott in Frankreich und erfreut sich eines mediterranen Klimas.

Die Luft ist rein, es wachsen Palmen, Bambus und Bananen im Freien. Dann gibt es buttergelbe Sandstrände und einsame Buchten. Vor allem aber ist die Insel, wie sie immer war, nämlich wohlhabend.

Jede Anreise führt über die Inselhauptstand St. Peter Port, sehr malerisch schachteln sich hier die Häuser vom Hafen aus ein Hang hoch. An der Promenade und in den Gassen wechseln sich Souvenirläden mit Restaurants,  Juwelieren und Boutiquen ab. Blau und Weiß dominieren. Dazwischen sieht man Häuser aus grauem Granit, daraus sind auch Hafen, Kirchen und Türme gebaut- und es ist eine der Quellen des Inselreichtums. Daraus sind auch nach alter Sitte die inzwischen über 300 Jahre alten Cottages und Farmhäuser auf der Insel erbaut. Aber die Bewohner sorgen dafür, dass es nicht allzu trutzig aussieht: Es gibt kein Gebäude, vor dem nicht Rosen und Kamelien blühen, wo nicht überall Blumenampeln zu sehen sind. Es gibt sogar jährlich einen Hanging-Flower-Basket-Wettbewerb, an dem Hunderte Anwesen teilnehmen.

Die Insel ist lediglich 78 Quadratkilometer groß, da kann man auf einem 60-Kilometer-Radweg die Insel in Etappen umrunden. Man kann auch mit einem parallel dazu fahrenden Bus fahren und dann wandern. Es geht an Steilklippen und Stränden sowie an alten Festungsanlagen vorbei. Dazu gibt es auch geführte Fahrradtouren landeinwärts durch Parks und Gärten.

Autos stören hier kaum. Nur ab und zu stellen sich die Ladys in den Weg – so nennen die Insulaner ihre Kühe. Die sind wirklich fast adlig, denn jede hat einen sorgfältig dokumentierten Stammbaum! Dazu sind sie ein weiterer Quell des Wohlstandes. Das Guernsey-Rind gibt enorm viel Milch, die hohe wertvolle Fett-und Eiweißinhalte hat. Zudem fehlt ihr das Enzym, das Laktose-Unverträglichkeit hervorruft. Vor allem aber schmecken Butter, Sahne und Eis wunderbar.

Samstagabends, da sind die Einheimischen unter sich, geht es in den Pubs der Insel hoch her, da findet die sog. Fleisch-Lotterie statt. Da kann man unter viel Essen, Trinken und Lärmen Steaks oder Koteletts von der Guernsey-Kuh gewinnen.

Ganz interessant ist, so freundlich die Einheimischen zu den Touristen sind, sie sind auch stolz darauf, dass sie von Großbritannien unabhängig sind. Also sich auch gegen Zuzug abschotten. Die Inseln sind zwar der britischen Krone unterstellt, nicht aber der Regierung in London und somit auch nicht in der EU. Die Bürger haben eine eigene Währung, können ein eigenes Parlament wählen, zahlen nur 20 Prozent Einkommensteuer. Es gibt keine Mehrwert-, Kapital- und Gewinnsteuer. Offiziell heißt es, Guernsey sei ein konkurrenzfähiger Wirtschaftsstandort, inoffiziell nennt sich sowas eine Steueroase. Das ist auch zum größten Quell des Inselwohlstandes geworden. Saisonkräfte bekommen hier nur eine Arbeitserlaubnis für 9 Monate, Fachkräfte für 15 Jahre maximal.

Da war zu lesen, dass von den 300 000 Touristen auf Guernsey jährlich nur drei Prozent Deutsche sind. Eigentlich verwunderlich bei dem Klima. Da war die Vermutung laut geworden, dass des Rätsels Lösung darin läge, dass es zwar eine Rosamunde Pilcher für Cornwall gäbe, aber noch keine für Guernsey!!

Wer aber dennoch Interesse hat: Air Berlin fliegt ab 25.April sonnabends von Düsseldorf direkt nach Guernsey in einer Stunde, 45 Minuten, Preis ab 270 Euro. Die beste Reisezeit ist im Frühling und Herbst, da sind die Preise moderat. Zum bekannten Tennerfest im November bieten auch die besten Lokale Dreigangmenues für 10 bis 20 Pfund an. An Aktivitäten mangelt es nicht, sie oben. Man kann Kajaken, Segeln, Surfen, Wandern, Radfahren, Coastseering – das ist im Neoprenanzug über Klippen und durch Wasser die Küste entlang.

Im Internet: www.visitguernsey.com.

Foto: Karl-Heinz Schade / pixelio.de

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