Tag Archiv ‘Brauchtum’

Karneval, Fasnet, Fasching – die Narren sind los…

345673_web_R_K_by_Paul-Georg Meister_pixelio.deWo anderswo fröhlich-bunte Jecken und liebliche Funkemariechen unterwegs sind, ist die schwäbisch-alemannische Fasnet ganz anders. Hier sind es garstige Hexen und kauzige Narren. Aber auch das ist altverwurzeltes Brauchtum genauso wie im Rheinland und anderswo.

Bei den rustikalen Umzügen der schwäbisch-alemannischen Fasnet müssen die Besucher auf der Hut sein. Die Teilnehmer sind in aufwendige Kostüme gewandet, die alle besondere Aussagen haben und meist auf alten Traditionen basieren. Die Kostüme heißen „Häs“ und die kunstvoll geschnitzten Masken „Larven“. So mancher Hästräger lehrt die Zuschauer das Fürchten, wenn er mit scheppernder „Guggenmusik“ beim „Narrensprung“ oder „Hemdglonkerumzug“ durch die Straßen zieht. Von Dreikönig bis Aschermittwoch, an manchen Orten sogar bis Sonntag danach, haben die Narrenzünfte ihre Hoch-Zeit.

Es sind mittelalterliche Traditionen, auf die sich die schwäbisch-alemannische Fasnet beruft. Auch hier sollen sich die Menschen vor der 40-tägigen Fastenzeit noch mal richtig mit Feiern vergnügen. Am besten unter einer anonymen Maske. Den prüden Protestanten waren diese „Ausschreitungen“ ein Dorn im Auge, darum wurden auch vielerorts die Aktivitäten untersagt. Erst im 20.Jahrhuntert wurden die meisten dieser alten Bräuche wiederbelebt. Da sich im Zeitalter der Globalisierung auch die Rückbesinnung auf Lokales zugenommen hat, haben Handwerker- und Bauerntraditionen bei vielen Masken als Vorbild gedient.

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Der Mai, der Mai……Maibräuche

maiBald ist der Wonnemonat Mai eingezogen. Alles blüht und grünt, das Wetter ist noch aprilmäßig, hoffentlich aber bald warm und schön. Obwohl eine alte Bauernregel sagt:“Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun`und Fass.“

Eigentlich wollte ich aber über Maibräuche was schreiben. Gerade für die Zeit vom 30.April und dem 1. Mai gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in fast ganz Europa viele verschiedene Maibräuche. Diese sind nicht nur von Region zu Region, sondern oft von Dorf zu Dorf verschieden. Alle sollen das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings symbolisieren.

Schon die alten Kelten haben uns viele Bräuche vererbt, so auch Maibräuche. So war die Nacht vom 30. April bis zum 1.Mai das zweithöchste Jahresfest der Kelten: Beltene. Es war dem Heiler, Licht- und Fruchtbarkeits-Heros Belenus geweiht. Es wird heute noch beispielsweise in Schottland groß gefeiert. Das werden nicht nur Liebhaber schottischer Highland-Sagas wissen! Schon damals soll es einen Maibaum mit grünem Wipfel gegeben haben.

Heute werden noch in vielen Orten (leider ist auch dieses Brauchtum lange eingeschlafen, allmählich kommt es wieder mehr ins Bewusstsein) große Maibäume, meist Fichten, ohne Äste, aber mit dem grünen Wipfel aufgestellt. In Bayern gibt es die wunderschönen Ortsmaibäume, die das ganze Jahr stehen bleiben.

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Süße Ostern – alte Traditionen

445999_web_R_K_B_by_Irene Lehmann_pixelio.deManche Osterbräuche haben ihren Ursprung in der Antike. Beispielsweise das Osterei. Denn es ist nicht die Form und Farbe, die das Osterei zum Symbol gemacht haben, sondern das Ei selbst.  Alle Völker des Altertums -Ägypter, Perser, Griechen sowie die Römer – betrachteten das Ei als Zeichen von Leben. Die ersten Christen brachten das Ei mit der Auferstehung Christi in Verbindung.

Echte Osterkörbe enthielten früher auf dem Lande neben bunten Eiern Kuchen, eingebackenes Osterlamm, manchmal auch Schinken, Speck und Butter.

Aber die Ostereier sind oft auch süß und werden vom Konditor mit besonderer Sorgfalt hergestellt. Der Bogen reicht von kleinen Ostereiern aus Kuvertüre, über Eier mit Nougat-, Marzipan- oder Krokantfüllung bis zu aromatischen Trüffeleiern mit Likör-, Weinbrand- oder Chamagnernote. Dann gibt es das große Geschenkei, handgegossen und vom Feinsten gefüllt.

Daneben wird der Osterhase in vielerlei Formen aus Schokolade hergestellt. Das geht vom lachenden, sitzenden, Motarradfahrenden Hasen, in Miniaturausführung bis zu seiner vollen Größe. Alle gemeinsam haben sie das Problem, dass man ihnen das Eierlegen und -bringen zutraut.

Verfolgt man aber die Spuren vom Hasensinnbild des Altertums bis ins 18. Jahrhundert, so löst sich schon bald der Mythos vom Hasen und dem Ei auf. Vielmehr ist seit altersher der Hase als Frühlingsbild bekannt. Er soll ein Sinnbild für Liebe, Fruchtbarkeit und sinnliche Lebensfreude sein. Das haben sich die Kirchenväter zu eigen gemacht, weil sie das Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest der Germanen in das christliche Osterfest einfließen lassen wollten. Ein Fruchtbarkeitsidol wurde gefunden, der Hase.  Die volkskundlichen Erklärungen sagen, dass ihm später ein passendes Symbol zugeordnet wurde, nämlich das Ei.

Im regionalen Brauchtum in Deutschland gibt es noch Abwandlungen der klassischen Osterfiguren. In Thüringen ist es der Hahn, sowie auch in Niederbayern. Im Rheinland ist es die Henne, dazu kommt der Fuchs in Minden und in der Mark Brandenburg.

Aber letztendlich finden die süßen Ostersymbole ihren Weg in die Osternester, so dass sich der Kreis schließt. Freude und Genuss zu schaffen im Zusammenspiel von Handarbeit und Kreativität.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Foto: M. Großmann / pixelio.de

Silvester- und Neujahrsbräuche – eine kleine Auswahl

Die Zeitrechnung, wie wir sie heute haben, war lange nicht so und ist in verschiedenen Ländern mit ihren Bräuchen noch anders (das chinesische Neujahr fällt nach chinesischer Zeit auf die Zeit zwischen Ende Januar – Ende Februar) Ich habe es selbst in Hongkong mal mitgemacht, mit farbenprächtigen Umzügen, mit Papierdrachen und vielem mehr. Unsere heute Zeitrechnung geht auf Papst Gregor XII zurück (Gregorianischer Kalender).  Auch Silvester, der letzte Tag des alten Jahres, geht auf einen Papst zurück, Silvester, der am 31.12.335 in Rom starb. Die Silvesterbräuche, besonders um Mitternacht, gehören zum ältesten Brauchtum. Bei den Germanen begannen nach der Wintersonnenwende (Weihnachten) die Rauhnächte. Nach altem Aberglauben vertrieb man mit viel Krach die bösen Geister.

In der Renaissance kamen Böller und Kanonenschüsse auf, und schon der französische Sonnenkönig Ludwig XIV war für seine gigantischen Feuerwerksspektakel bekannt. Heute ist allgemein Raketenabfeuern und Feuerwerk in der Silvesternacht ein Ausdruck der Freude und die Begrüßung des Neuen Jahres. Zum Jahresausklang gibt es viele Orakelbräuche, der bekannteste ist das Bleigießen. Man weiß nicht genau, wann der Brauch entstanden ist, es könnte mit Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Buchdruckerkunst, zu tun haben.

Man schmilzt Blei in einem Topf über einer brennenden Kerze. Das geschmolzene Blei wird dann in ein Gefäß mit kaltem Wasser gegossen. Die sich bildenden Figuren werden als Orakel für das kommende Jahr angesehen. Man sollte allerdings dabei vorsichtig sein, darauf achten, dass Kinder nicht etwa was davon in den Mund stecken, dass man die beim Schmelzen entstehenden giftigen Bleidämpfe nicht einatmet. Und wegen des Giftgehaltes gehören die Reste in den Sondermüll. Nun aber einige Figuren, wie man sie deutet: Fisch – Glück, auch Stern – Glück, Anker – Hilfe in der Not, Ball – Glück rollt heran, Blume – neue Freundschaft, Dreieck – finanzielle Verbesserung, Flasche – fröhliche Zeit, Herz – sich verlieben.

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