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Ein Baum – der`s in sich hat…..

gummiDas Wissen um den Kautschuk ist sehr alt, schon vor mehr als 3.600 Jahren wussten die Indianer im brasilianischen Regenwald davon. Vorsichtig ritzten sie die Rinde einer bestimmten Art von Bäumen an, um Naturkautschuk zu gewinnen. Den austretenden zähflüssigen Saft, wie Milch, fingen die Eingeborenen auf und verwendeten ihn zum Abdichten von Gefäßen  und Booten.

Es gibt viele Pflanzen, die Milchsaft erzeugen, aber der Kautschukbaum ist die ergiebigste Quelle. Woraus besteht nun dieser Stoff, aus dem vieles hergestellt wird. Hevea-Latex enthält vor allem Wasser und 30 bis 4o Prozent Kautschuk, so erklären es die Botaniker. Das wirtschaftliche Interesse am Kautschuk erreichte Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt, nachdem der US-Chemiker Charles Goodyear das Vulkanisieren erfunden hatte. Damit konnte man aus dem klebrigen Milchsaft das formbare, technisch nutzbare Material Gummi gewinnen.

Dem Naturforscher Henry Wickham ist es gelungen, Samen aus Brasilien über England nach Asien zu schmuggeln. Darum sind heute Malaysia, Indien und Vietnam die größten Gummilieferanten. Inzwischen gibt es fair gehandelten Naturkautschuk, von der Organisation Fair Rubber in London betreut. In Asien verdienen Millionen von Kleinbauern und Wanderarbeitern, meist Frauen, ihren Lebensunterhalt mit dem Zapfen und Auffangen des Latexsaftes. Die Bäume sind mit fünf bis sieben Jahren so weit, dass sie alle zwei Tage Latex abgeben können. Geübte Zapferinnen bearbeiten am Tag 200 bis 300 Bäume. Die Ernte wird in einer Sammelstelle zu einem flüssigen oder festen Zwischenprodukt verarbeitet. Das endgültige Vulkanisieren erfolgt in Gummifabriken, zunehmend auch in China.

Dennoch macht Naturkautschuk inzwischen den geringeren Anteil an der Welt-Gummiproduktion aus, meist wird Kunstgummi aus Petroleum produziert. Aber die Nachfrage nach Naturlatex steigt wieder, denn ist heute ist es nicht möglich, synthetisches Gummi so zäh und zugleich elastisch herzustellen.

Foto: Peter Bargmann / pixelio.de

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