Tag Archiv ‘Klima’

Ein Kronjuwel Englands im Ärmelkanal – Guernsey

190537_web_R_K_B_by_Karl-Heinz Schack_pixelio.deGuernsey ist nach Jersey die zweitgrößte britische Insel im Ärmelkanal vor der französischen Küste. Darum ist es auch international hier – man spricht Englisch, genießt wie Gott in Frankreich und erfreut sich eines mediterranen Klimas.

Die Luft ist rein, es wachsen Palmen, Bambus und Bananen im Freien. Dann gibt es buttergelbe Sandstrände und einsame Buchten. Vor allem aber ist die Insel, wie sie immer war, nämlich wohlhabend.

Jede Anreise führt über die Inselhauptstand St. Peter Port, sehr malerisch schachteln sich hier die Häuser vom Hafen aus ein Hang hoch. An der Promenade und in den Gassen wechseln sich Souvenirläden mit Restaurants,  Juwelieren und Boutiquen ab. Blau und Weiß dominieren. Dazwischen sieht man Häuser aus grauem Granit, daraus sind auch Hafen, Kirchen und Türme gebaut- und es ist eine der Quellen des Inselreichtums. Daraus sind auch nach alter Sitte die inzwischen über 300 Jahre alten Cottages und Farmhäuser auf der Insel erbaut. Aber die Bewohner sorgen dafür, dass es nicht allzu trutzig aussieht: Es gibt kein Gebäude, vor dem nicht Rosen und Kamelien blühen, wo nicht überall Blumenampeln zu sehen sind. Es gibt sogar jährlich einen Hanging-Flower-Basket-Wettbewerb, an dem Hunderte Anwesen teilnehmen.

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Die Eiszeit war gar nicht so eisig!

eiszeitMan lernt nie aus, da gibt es in Bonn im Rheinischen Landesmuseum eine Ausstellung mit dem Titel: „Eiszeitjäger – ein Leben wie im Paradies“. Wenn man das liest, war es ja wohl gar nicht so eisig kalt damals. Man verbindet mit dem Begriff „Eiszeit“ im Allgemeinen Schnee und Sturm, ein Dasein in Furcht und dicken Fellen. Wissenschaftler beschreiben das Klima der Eiszeit als stabile Wetterlage und eigentlich recht angenehm.

Wie stellt man sich denn nun das Leben in der späten Eiszeit, vor ca. 15.000 Jahren vor? Das Klima war schon rau, „Paradies“ erscheint als schöne Metapher. Aber die Wetterlage war wirklich im Gegensatz zu heute gleichbleibend und verlässlich. Im Sommer herrschte anhaltend mildes Schönwetter mit leichtem Wind, Stürme gab es nicht. Das wurde durch die Strömungsverhältnisse in der Atmosphäre verhindert. Im Winter war es frostig, aber nicht sonderlich kalt.

Was bedeutete das konkret für das Leben damals? Die großen Gletscher waren  vor 15.000 Jahren gerade erst dabei, sich zurückzuziehen. Das Land glich einer riesigen Tundra, mit kleinem Gebüsch. Spätestens im März hat die Sonne Moose, Sträucher und Flechten vom Schnee befreit. Anfang Mai hat sich der Boden bis auf einen halben Meter Tiefe erwärmt. Die Pflanzen gedeihen prächtig, durch den darunter liegenden Permafrost gibt es keinen Gewässerabfluss. Da alle Nährstoffe im Boden erhalten bleiben, nimmt die pflanzliche Fruchtbarkeit zu. Dadurch und bei den günstigen Einstrahlungsverhältnissen der Sonne ist es für die Menschen ein gutes Leben.

Rentiere, Moschusochsen, Wildpferde und Hirsche gab es in der Tundra, auch Mammuts, Wollnashörner, Säbelzahnkatzen – lauter Beutetiere, die natürlich nicht so einfach zu erlegen waren. Aber ihr Fleisch sorgte für eine eiweiß- und fettreiche Ernährung. Das Fett lieferte genug Brennstoff gegen die Winterkälte, Phosphorverbindungen sorgten für den Aufbau des immer anspruchsvolleren Gehirns. Was Wissenschaftler herausgefunden haben, ist, dass das Gehirnvolumen des Menschen in der Eiszeit von 1200 Kubikzentimetern auf über 1500 Kubikzentimeter stieg. Auch die Knochen wurden massiver, das mittlere Gewicht lag auf der Höhe wie heute.

Man weiß, dass sich über der Stirn noch ein deutlicher Rand wölbte, aber ansonsten war die Statur der Menschen damals unserer heutigen sehr ähnlich. (Übrigens waren die Neandertaler vor 15.000 Jahren schon ausgestorben.)

Wer interessiert ist: „Eiszeitjäger – Leben im Paradies – Europa vor 15.000 Jahren“ heißt die Jubiläumsausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn vom 23.Oktober 2014 bis 28.Juni 2015. – im Internet: www.landesmuseum-bonn.lvr.de

Foto: Andreas Sulz / pixelio.de

 

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