Altbewährt und immer wieder köstlich – der Rumtopf

Schon immer ist es in meiner Familie und überhaupt Tradition, einen Rumtopf anzusetzen. Mir schien, dass dieses in den letzten Jahren nicht mehr so „in“ ist. Dabei ist es gar nicht schwer und eine einzigartige Köstlichkeit!! Es ist übrigens, wie ich erfuhr, gar keine neue Erfindung, dass man Früchte in Alkohol einlegt. In früheren Zeiten war es ja noch schwierig, Nahrungsmittel haltbar zu  machen, da hatte man diese Idee schon umgesetzt. Für mich ist der einzigartige Duft und Geschmack der eingelegten Früchte immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes „berauschend“.

Zum Einlegen kann man einen Tontopf mit Deckel oder einen aus Glas mit Schnappverschluss verwenden, ca. fünf Liter. Ich verwende letzteren, ich finde den Verschluss dichter. Man kann die vielfältigen Früchte des Sommers verwenden. Üblich ist eigentlich, dass man den Rumtopf erst im Advent oder zu Weihnachten erstmals probiert. Da meine Familie das oft nicht so lange aushält, verwende ich, um ihn aufzufüllen, im Herbst auch Dosenfrüchte, Pfirsichstücke, Ananas, Mandarinen usw. Die längste Zeit, die wir ausgehalten haben, war bis zum Karneval des nächsten Jahres. Da ist der Glastopf auf die Küchenfliesen geknallt und die ganze süße Köstlichkeit ausgelaufen. Es roch noch Wochen nach den so leider entschwundenen guten Gaumenfreuden.

Zu beachten beim Anlegen eines Rumtopfes ist eigentlich nur, dass die Geräte und Gefäße absolut sauber sind, dass nur reife und einwandfreie Früchte verwandt werden und dass nur guter, 54 prozentiger Rum verwandt wird. Manche nehmen auch Arrak oder Weinbrand.

Man beginnt an sich zur Erdbeerzeit mit dem Einlagen. Darum hätte ich schon längst darüber schreiben müssen, aber es gibt ja auch jetzt noch welche. Die Erdbeeren werden (wie alle Früchte) entstielt, gewaschen, mit Zucker gemischt, dann 1 Stunde durchziehen lassen (in einer Schüssel). Man rechnet 1 zu 1, also beispielsweise 1 Pfd. Beeren, 1 Pfd.Zucker. Nach dem Einfüllen in den Rumtopf übergießt man die Früchte mit soviel Rum, dass sie gut bedeckt sind, sogar etwa 2 cm mehr. Man sollte immer zwei Wochen verstreichen lassen, ehe man neue Früchte einfüllt. Ab der dritten Einlage kann man dann den Zucker halbieren.

Was passt in den Rumtopf? Also erst Erdbeeren, dann Kirschen (unentsteint), später nehme ich gerne Himbeeren, Sauerkirschen, Johannisbeeren, halbierte, entsteinte Aprikosen (sehr lecker),  Brombeeren, halbierte einsteinte Nektarinen. Die nehme ich lieber als frische Pfirsiche, die enthäutet werden müssten. Später kommen noch Mirabellen, feste Weintrauben, halbierte Pflaumen dazu. Nicht in den Rumtopf passen Rhabarber und Äpfel.

Der Rumtopf sollte immer fest verschlossen sein. Ich nehme auch evtl. wenn nötig, Pergamentpapier, das ich zwischen den Verschluss lege. Einige Wochen nach der letzten Einlage sollte man noch mal etwas Rum zugießen und den Topf wie  vorher kühl stellen. (Am besten weit weg, dass man nicht in Versuchung kommt, zu probieren.)

Wie schon erwähnt, sollte man bis Advent oder Weihnachten aushalten, wenn es geht.

Bei uns ist es üblich, mit einem Glas Sekt anzufangen, erst etwas von den Früchten ins Glas und dann auffüllen. Achtung, diese Früchtchen sind mit Vorsicht zu genießen, man bekommt im Nu einen Schwips. Ganz lecker ist die Kombination mit Vanilleeis, Vanillepudding oder Grießflammeri.

Eine sehr schöne Idee, die ich wieder oft sehe, ist, kleine Gläser mit Schnappverschluss mit Rumtopffrüchten zu füllen, evtl. mit rustikal gemustertem Stoff zuzubinden und als nettes Geschenk zu verwenden. Das kommt, wie ich erlebe, immer gut an!

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