Holunder, Holler, Flieder – ein Genuss immer wieder

hollunderDer allseits verbreitete Holunder setzt im Spätsommer und Frühherbst  mit seinen schwarzen Beeren zur Reife an. Da sind natürlich die Vögel nicht weit, für die sie ein Leckerbissen sind. Aber die Blüten und Früchte sind so vielseitig zu verwenden, es ist nur nicht allen bekannt. Kommt aber wieder sehr, für Hobbyköche und Hausfrauen. Außerdem sehen die Sträucher oder manchmal fast kleine Bäume sehr schön aus, besonders im Frühling mit ihren gelblich weißen, duftenden Blüten.

Erst mal etwas Geschichtliches: Der Holunder gehört zu den Moschuskrautgewächsen, heißt lateinisch Sambucus nigra, und ist in Europa, Nordafrika sowie West- und Mittelasien heimisch.

Woher der Holunder, auch Holler und in Norddeutschland Flieder seinen Namen  hat, ist  ungewiss. Er wird sogar mit der Märchengestalt der Frau Holle in Verbindung gebracht, deren Name von der germanischen Göttin Holla stammen soll. Im Mittelalter wurde der Strauch Holuntar genannt, hol für hohl, tar für Baum, da die Äste wohl hohl sind. Um den Holunder ranken sich überhaupt viele Märchen, außerdem spielt er im Christentum eine Rolle: Judas soll sich an einem Holunderbaum erhängt haben.

Fest steht, dass der Holunder schon in der Antike als medizinisches Mittel sehr geschätzt wurde, für Erkältungen, zum Abführen, Blutreinigen. Auch heute noch ist ein Tee aus getrockneten Holunderblüten bei Erkältung und Husten wirksam. Die Holunderbeeren sind reich an Vitamin C und A, Holundersaft ist sehr gesund, wird aber auch ebenfalls gern bei Erkältungen eingesetzt.

Also sollte sich, wer möchte, aufmachen und die reiche Ernte nicht nur den Vögeln überlassen!

Nur aufpassen muss man, da die Beeren in unreifem Zustand giftig sind. Doch mal gegessen, leidet man unter Bauchkrämpfen und Übelkeit. Reife Beeren sind saftig, da ist Vorsicht beim Ernten und Verarbeiten geboten, denn die Flecken sind nicht mehr zu beseitigen, vor allem in der Kleidung.

Vielseitig sind die Verwendungsmöglichkeiten: Bekannt sind Hollerküchel, oder -küchle, ausgebackene Blüten. In Norddeutschland macht man gerne eine Fliederbeerensuppe. Ansonsten von den Beeren Saft, Gelee, auch in die Rote Grütze kann man sie geben.

Nun wie üblich, noch eine kleine Auswahl aus einer Vielzahl von Möglichkeiten:

Holundersaft (aus den Beeren, nicht nur für Erkältung)

2  ½ kg frische Holunderbeeren,

1  ½ kg Zucker, 1 l Wasser, ½ Zitrone

Beeren waschen und mit einer Gabel von den Rispen abstreifen. Mit soviel Wasser in einen großen Topf geben, dass sie bedeckt sind. Zum Kochen bringen und 10 Minuten weiter köcheln lassen. Daurchgießen und ausdrücken. Zum gewonnenen Saft Zucker und Zitrone geben und aufkochen.

Heiß in heiß ausgespülte Flaschen geben und sofort verschließen. Dunkel und kühl lagern.

Holunderküchel (le,lein)

12 große Holunderblütendolden

1 EL Zucker, ¼ l Sahne, 150 g Mehl, 2 EL Puderzucker, 1 kg Butterschmalz.

Die Holunderblüten sorgfältig waschen. Einen dickflüssigen Pfannkuchenteig herstellen. (Tipp: Evtl. einen Schuss Rum in den Teig!). Die Blüten eintauchen und im heißen Fett schwimmend ausbacken. Mit Puderzucker bestreuen.

Nun noch zwei Rezepte von Silvana:

Holundersirup(aus den Blüten)

12-15 Dolden Holunderblüten, 3 l Wasser, 2 kg Zucker, 3 ungespritzte Zitronen, 60 gZitronensäure

Das Wasser aufkochen, den Zucker einrühen und solange wallen lassen, bis die Lösung klar ist.

Dann auskühlen. Die Blütendolden von den groben Stängelnd befreien und schütteln.

Die Blüten mit den in Scheiben geschnittenen Zitronen in ein großes Glas (5 l) geben und die Zuckerlösung drüber gießen. Von dem Zuckerwasser wird eine Tasse voll aufgehoben. Darin die Zitronensäure auflösen und in die Mischung einrühren.

Das Ganze bleibt fünf Tage stehen, wird dann abgeseiht und in saubere Flaschen gefüllt, gut verschließen (evtl,. mit Gummikappe). Kühl gelagert, um eine Gärung zu vermeiden, hält sich der Sirup mindestens bis zur nächsten Blüte. (Wenn er nicht längst vorher vertilgt wird!)

Hollersekt

10 – 12 Holunderblüten, 10 l warmes, abgekochtes Wasser, 1 ½ kg Zucker, ¼ l Weinessig, Saft und Schale von 3 ungespritzten Zitronen.

Die Hollerblüten in einen Ballon geben. Den Zucker in lauwarmem, abgekochtem Wasser auflösen und mit allen anderen Zutaten über die Blüten gießen. 10 Tage warm stellen. Durch ein Tuch abseihen und in saubere Verschlussflaschen füllen. Kühl lagern.

Nach 2 – 3 Wochen hat der Sekt ein wundervolles Mousse, aber nicht immer. Auf jeden Fall ist es ein sehr erfrischendes, wohlschmeckendes Getränk.

Schön sieht es aus, den Sekt in hohen Sektgläsern zu servieren, mit einer Blüte verziert.

Wohl bekomm`s !

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