Endlich wieder da- Christstollenzeit

Endlich ist wieder Christstollenzeit. Ich freue mich das ganze Jahr darauf. Natürlich gibt es sie in den Supermärkten immer früher in Mengen auf den Markt geworfen, aber richtig munden sie erst in der Vorweihnachtszeit.

Dieses Weihnachtsgebäck ist längst das beliebteste in ganz Deutschland, es heißt in den verschiedenen Regionen auch anders, aber lecker ist es immer. Die Fertigung ist etwas aufwendig, aber es lohnt sich. Wer sich nicht die Mühe machen kann oder will,  jeder gute Bäcker und Konditor, der etwas auf sich hält, lässt es sich nicht nehmen, seine speziellen Stollen anzubieten.

Durch eine Geschichte um den Stollen, die mir in die Hände fiel, wollte ich auch etwas über den Ursprung des Christstollens wissen. Eine Sage erzählt übrigens, dass die Form an das gewickelte Jesuskind erinnern soll! Das ursprüngliche „Christbrot“ wurde schon im 14. Jahrhundert erwähnt. Da war es noch ein Fastengebäck der Klöster mit Mehl, Hefe und Wasser. Zucker war auch damals viel zu teuer.

Nach der Überlieferung war es die Idee des Hofbäckers Heinrich Drasdo aus Torgau in Sachsen, den Fastenstollen zum Weihnachtsfest mit reichhaltigen Zutaten zu ergänzen. Damit wurde der Dresdner Stollen schon damals berühmt. Man nannte ihn eigentlich „Striezel“, daran erinnert noch heute der „Striezelmarkt“, wie der Dresdner Weihnachtsmarkt genannt wird. Am Sonnabend vor dem zweiten Advent wird dort auch das „Striezelfest“ gefeiert.

Übrigens ist die Bezeichnung „Dresdner Stollen“ inzwischen längst als Markenzeichen geschützt. Nur 150 Bäcker aus der Dresdner Region dürfen den Titel verwenden, da achtet sogar eine Kommission darauf. Der Dresdner Stollen wird übrigens im Gegensatz zu anderen ohne Marzipan hergestellt.

Eine tolle Geschichte rankt sich um den Dresdner Stollen, die gern erzählt wird. Der Sachsenkönig August der Starke, der ja ein Genussmensch war, liebte den Stollen sehr. Er brachte übrigens 110 Kilo auf die Waage, trank fünf Flaschen Wein am Tage und soll 354 Kinder gezeugt haben  (aber das ist eine andere Genuss-Geschichte). Er ließ 1730 einen Stollen backen, der sieben Meter lang war und fast zwei Tonnen schwer. August der Starke ließ das Monsterbackwerk in 24 000 Portionen teilen. Es wurde auf seinem „Lustlager von Zeithain“  – einer Truppenschau und zugleich dem größten Barockfest der damaligen Zeit – serviert. Es soll den Gästen hervorragend geschmeckt haben und ist spätestens seitdem „in aller Munde“.

So wie es nicht nur viele verschiedene Bezeichnungen für den Christstollen gibt, so viele verschiedene Rezepte sind verbreitet, Mandelstollen, Butterstollen und und …..

Mir schmeckt der klassische Christstollen am besten, erst brauche ich Anlaufzeit bis in den Advent, wie gesagt, dann kann ich nicht davon lassen. Oft tigere ich noch nach Weihnachten durch die Bäckereien, muss ich ehrlich gestehen. Da werden dann noch die nicht verkauften Exemplare feilgeboten.

Auch Euch allen schöne Weihnachtszeit mit einem guten Kaffee oder Tee im warmen Eckchen, mit Kerzenschein und einem leckeren Christstollen.

Foto: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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