Morgenstund hat Gold im Mund – wieso?

Soviele Redewendungen, Metaphern und Sprichworte begegnen uns täglich. Sie sind im Sprachgebrauch meist so selbstverständlich, dass wir uns gar keine Gedanken über ihre Herkunft und Bedeutung machen. Aber das ist oft so ein interessantes Feld, da gibt es ganze wissenschaftliche Abhandlungen darüber. Und nicht jede Redewendung ist so einleuchtend auf den ersten Blick wie die auf dem Bild, das ich so witzig fand.

Einige habe ich entdeckt, die ich doch weitergeben möchte. Da ist das alte so wahre Sprichwort: Morgenstund hat Gold im Mund“. Es handelt sich hier um Übersetzung eines geflügelten Wortes aus dem Lateinischen. Da heißt es übersetzt so viel wie: „die Morgenröte trägt Gold im Mund und im Haar“. Das bedeutet im übertragenen Sinne, dass es sich lohnt, früh aufzustehen.

Dann die Redewendung von der treulosen Tomate: Sie kommt aus dem zweiten Weltkrieg, wer hätte das gedacht! Erst war nämlich Italien ein Verbündeter Deutschlands, dann schlug es sich auf die gegnerische Seite. Außerdem wareen die roten Früchte aus dem Süden nicht lange haltbar. So setzte man die Italiener mit den Tomaten gleich. Und so kam es zu der Redenasart von der „treulosen Tomate“.

Dann gibt es so manche Redewendungen, die sich auf körperliche und seelische Ursachen beziehen. Ein Journalkist hat sogar hinterfragt, was da der Volksmund so sagt. „Lass Dir mal keine grauen Haare wachsen“, wie oft hört man das! Das kann tatsächlich innerhalb eines Monats passieren,  da ist die Ursache eine urtümliche Stressreaktion, so ein Facharzt. Wenn man seine Kraft zum Kämpfen oder Fliehen braucht, würden die dafür nötigen Muskeln und die Lunge besonders gut durchblutet, andere Körperteile schlechter, so die Aussage.

„Mir platzt gleich der Kragen“ oder “ Er bekommt einen dicken Hals“. Das passiert, wenn man sich aufregt und ärgert, dann steigt der Blutdruck an, und man bekommt tatsächlich einen dicken Hals, weil die Halsvenen hervortreten, so die fachliche medizinische Auskunft. Hat man dann einen engen Hemdkragen, ist das schon ein Problem.

„Die bekommen kalte Füße“. Kalte Füße deuten auf ein vegetatives Nervensystem hin, das sich durch sehr hohe seelische Grundspannung so verändert, dass es quasi leicht alarmierbar ist, sagt ein Psychosomatiker. Bei ängstlichen Menschen könne das sogenannte Sympathikus-Nervengeflecht in aufregenden oder furchteinflößenden Situationen stark erregt werden. Weniger Blut wärmt die Füße und Hände, also hat man ein Kältegefühl.

„Das macht mir Kopfzerbrechen“, das ist ganz eindeutig, wenn man seinen Geist derart anstrengt, dass der Kopf schmerzt. Sei es aus Sorgen, Ängsten, Schlafmangel, hat man manchmal das Gefühl, der Kopf zerplatzt.

„Krank vor Liebe“: Auch das ist manchmal wirklich jeder frisch Verliebte. Er ist zu nichts zu gebrauchen, seine Gedanken kreisen wie besessen um das Objekt seiner Sehnsucht. Die Wissenschaftler vergleichen diesen Zustand mit dem eines neurotischen Zwangspatienten. Haben wir das nicht auch schon mal erlebt? Andererseits ist es doch auch was Schönes, solange man auch erhört wird, natürlich!

So gibt es noch viele, viele Metaphern mit tieferem Sinn. Da lohnt es sich, mal in der Literatur zu forschen.

Foto: Marianne J./pixelio.de

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