Und immer klingelt das Handy……

Was habe ich vor einigen Tagen im Fernsehen mitgekriegt: Viele Menschen meinen, sie müssten immer und überall erreichbar sein, machen sich abhängig von Handy, Smartphones usw. Es begegnet einem doch überall inzwischen, fast jeder ist mit diesen Dingen jederzeit beschäftigt, scheint es. Da schrieb sogar einer in der Zeitung, dass das sogar als schick gilt. Aber das hat vor allem mit der Veränderung der Gesellschaft zu tun, mit dem Leistungsdruck im Beruf. Es ist eine Schraube ohne Ende.

Da gab es dazu eine Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom, die ergab, dass 88 Prozent aller Berufstätigen außerhalb der regulären Arbeitszeit ansprechbar sind. Ein Drittel gab an, dass sie jederzeit für den Arbeitgeber zu sprechen sind. Andere Zahlen besagen, dass 50 Prozent der Berufstätigen ständig sozusagen im Stand-by sind.

Das hat jetzt auch die Bundesarbeitsministerin von der Leyen veranlaßt, Stellung dazu zu nehmen, dass es so nicht geht. Sie sagte vor der Presse, dass „klare Regeln“ geschaffen werden müssten, wie Mitarbeiter zu erreichen sein müssten. Im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes müsse der Einsatz von Diensthandys beschränkt werden. Es ginge ja auch um die Gesundheit der Mitarbeiter, die nicht mal ihre Freizeit genießen dürfen.

Es drohten andernfalls Geldstrafen, so das Ministerium, Betriebsschließungen oder gar Haftstrafen. Leider haben aber nur wenige große Unternehmen auf diesen Appell gehört. VW allerdings ergriff sofort die Maßnahme, dass 30 Minuten nach Dienstschluß keine Mails mehr weitergeleitet werden. Auch Telekom, BMW und Puma reagierten.

Sonst aber, so hört man, überlassen es die Unternehmen ihren Mitarbeitern und Vorgesetzten, wie sie sich unter Druck setzen mit der ständigen Erreichbarkeit. Denn es bedeutet auch permanent Stress, Abschalten ist nicht mehr möglich.

Da ist es kein Wunder, wie schon lange bekannt, dass die psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern zunehmen. Da gibt es Zahlen, dass im vergangenen Jahr 14-mal soviele Fehltage aufgrund seelischer Belastungen auftragen wie 2004. Und das Bundesarbeitsministerium gab bekannt, so habe ich in dem Zusammenhang gelesen, dass 2010 vier von zehn Menschen, die eine Erwerbsminderungrente erhielten, psychisch erkrant waren.

Da kann man nur hoffen, dass die Worte der Arbeitsministerium Gehör finden. Es ist ja auch sehr wichtig, dass man neben der Arbeit, auch wenn man froh ist, sie zu haben, Erholung hat. Jeder muss einfach mal abschalten, sich der Familie widmen, die auch ihr Recht verlangt. Oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen, damit man für die beruflichen Dinge wieder fit ist. Davon profitiert der Arbeitgeber im Endeffekt vielleicht mehr.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

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