Zeit der schönen Hagebutten

Jetzt im Herbst sind ein schöner Blickfang die Hagebutten. Besonders von Wildrosen sehen sie besonders schön aus. Und was das Gute ist, die Früchte der Wildrosensorten sind auch essbar. Nicht nur die Gartenvögel erfreuen sich daran, auch beispielsweise die Steinmarder sind wild auf die vitaminreichen Hagebutten.

Es sind sogenannte Scheinfrüchte, die ähnlich wie Erdbeeren aus vielen Nüsschen bestehen. Diese Nüsschen haben im Hagebutteninneren feine, mit Widerhaken versehene Borsten. Ohne das so genau zu wissen, haben immer schon die Kinder die mit Vorliebe als Juckpulver benutzt. Ich erinnere mich da sehr genau dran, dass die Jungen gern den Mädchen damit Streiche spielten!

Was Wissenswertes: Das Wort „Hagebutte“ setzt sich aus „Hag“ – Gebüsch und „Butzen“ – Batzen zusammen. Schon die alten Griechen wussten sie als Heilmittel gegen müden Kreislauf zu schätzen. Auch Hildegard von Bingen verwendete sie gegen Nierenleiden und Blasenbeschwerden. Allein der Vitamin-C-Gehalt der Hagebutten wird nur noch vom Sanddorn übertroffen. Da gibt es vor allem Tee oder auch Mus, damit vertreibt man Erkältungen, Rheuma, Fieber. Mit Kalzium und Rutin verstärt ihr Vitamin C das Zahnfleisch. Hagebutten kräftigen das Immunsystem, und nebenbei heben sie mit ihrer anregenden Wirkung gerade jetzt im schnell dunklen Herbst die Stimmung. Also zum Hagebuttentee greifen!

Hoffnung und Lebensfreude soll auch die Bachblütenessenz „Wildrose“ schenken, und Hagebuttenkernöl wird für Kosmetika verwandt, es regt die Hauterneuerung an.

Übrigens hat die Hagebutte bei uns mehr als hundert verschiedene Namen, so Frauenrose, Mariendorn oder Dornröschen. Wer hätte das gewusst! Und wer kennt nicht das Lied von Hoffmann von Fallersleben vom „Männlein im Walde“? Das ist die Hagebutte, vor allem von Wildrosensträuchern am Waldrand.

Kein Wunder, dass es von dieser so vielseitigen Frucht auch ebenso vielseitige Rezepte gibt! Tipp: Frisch gesammelte Hagebutten sollte man möglichst sofort verarbeiten, man kann sie auch als Alternative einfrieren. Für Mus und Marmelade ist es am besten, die frischen Früchte zu waschen und zu entstielen, 30 Minuten in Wasser einweichen und durch ein Sieb passieren, so dass die Kerne zurückbleiben. Für Tees die Früchte auf einem feinen Gitter oder bei niedriger Hitze im Backofen trocknen.

Vor allem die Hagebuttenmarmelade mag ich sehr, die schon immer in meiner Familie neben dem Hagebuttentee einen festen Stammplatz hatte. Sehr lecker ist folgendes Rezept meiner Mutter:

Hagebutten-Orangen-Marmelade – 4 Gläser à 250 ml

800 g Hagebutten, 200 g Zucker, 150 ml Orangensaft, 1 Zitrone (unbehandelt, 1 Zimtstange, 200 g Gelierzucker 1: 1.

Hagebutten verarbeiten wie vor, mit dem Zucker bedeckt über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag noch 150 ml Wasser dazugeben und aufkochen. Den Orangensaft zugießen und ungefähr 20 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen. Die Zitrone heiß abbrausen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Zusammen mit der Zimtstange und dem Gelierzucker in den Topf geben. Noch weitere fünf Minuten köcheln lassen. Die fertige Marmelade sofort durch ein großes Haarsieb in eine Schüssel passieren. Dann in heiß ausgespülte Gläser füllen und gut verschließen. 15 Minuten, wie alle Marmeladen,auf den Kopf stellen. Dunkel und kühl aufbewahren.

Hagebuttenringerl – 40 Stück – Weiterverwendungsidee für die Marmelade!

250 g Mehl, 150 g fein gemahlene Haselnüsse, 2 Eigelb, 1 Prise Salz, 1 TL Lebkuchengewürz, 150 g Puderzucker, 300 g Butter in Flöckchen, 200 g Hagebuttenmarmelade, Mehl für die Arbeitsfläche, 50 g Puderzucker zum Bestäuben.

Alle Zutaten bis auf die Marmelade vermischen und rasch zu einem glatten Teig verarbeiten, zu einer Kugel formen, in Folie wickeln, 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Auf bemehlter Arbeitsfläche den Teig 3 mm dünn ausrollen und mit einem Ausstecher 6 cm große Kreise ausstechen. Die Hälfte davon auf Backpapier auf Backbleche legen und aus der anderen Hälfte mit einem kleineren Ausstecher Ringe ausstechen. Teigreste wieder verkneten und weiter verwenden. Im Ofen 15 Minuten backen. Plätzchen abkühlen lassen, dann mit der Marmelade bestreichen, die Ringe draufsetzen und Marmelade mit einem Spritzbeutel in die Mitte spritzen. Mit Puderzucker bestreuen.

So gibt es noch vieles, Mus, Beilagen zum Braten, sogar Wein und Likör kann man aus dieser Frucht machen, was gar nicht alles so bekannt ist!

Foto: Rita Thielen / pixelio.de

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