Zwischen den Jahren…..

Geht es Euch auch so, diese Tage zwischen dem festlichen Weihnachtsfest und dem fröhlichen Neujahr sind etwas Eigentümliches. Man fühlt sich so anders, es ist kein richtiger Rythmus drin. Viele haben ja auch Urlaub, manche natürlich müssen gerade jetzt hart arbeiten. Ich denke da an das Verkaufspersonal der Kaufhäuser, die den alljährlichen Umtausch- und Schnäppchenstress erleben, die Metzger, Bäcker, Friseure usw. (Ich gestehe, auch ich habe mich heute ins Gewühl eines großen Kaufhauses gestürzt, um den Gutschein von Andrea einzulösen. Habe auch ein tolles Schnäppchen gemacht.).

Aber mir und vielen anderen geht es jedes Jahr so, ich las sogar eine lange Kolumne darüber. Man fühlt sich so „aus der Zeit gefallen“, wie ein Autor es ausdrückte. Schon lange nimmt man sich vor, die Besinnlichkeit, die sich Weihnachten mit Essen und Besuchen nicht einstellen wollte, nachzuholen. Manche Einladungen oder Treffen hat man verschoben, nein, vor Weihnachten geht es gar nicht, aber wie wäre es „zwischen den Jahren“? Da ist mir aber gestern passiert, dass ein Treffen abgesagt wurde, man wolle ein paar Tage einfach relaxen und nichts sehen und hören nach der anstrengenden Weihnachtszeit. Zur Ehrenrettung meiner Freunde muss ich aber sagen, dass das beruflich bedingt war und daher gönne ich ihnen die Auszeit und verschiebe meinen Besuch eben ins Neue Jahr. Wen ich nicht besuchen kann, der bekommt eben online eine Neujahrskarte zugesandt – und zwar eine echte Karte per Post, die ich im Internet erstelle. Das kann man wenigstens zu Hause in Ruhe erledigen, ohne sich zwischen den Leuten durchzuquetschen, die ihre Geschenke zurückgeben wollen. Und mit einem netten Bild dazu sind Postkarten oder Briefe eindeutig netter als SMS.

Dann sind diese vielen guten Reste da, da sagt man, das verbrauchen wir jetzt. Und überhaupt, dann wird ja alles anders, wir essen nicht mehr so viel, wir sind voller guter Vorsätze, egal, was man sich vornimmt. Aber…. es hat ja noch Zeit, doch nicht jetzt, zwischen den Jahren! Wer nicht arbeiten muss und nicht verreist ist, ist einerseits schlaff und will es, wie gesagt, faul und besinnlich, andererseits voller Tatendrang, was man alles tun könnte, jetzt, zwischen den Jahren. Weil man sonst jetzt nichts Großes planen will.

Da ist was, was ich heute gemacht habe: Ich trage noch gern nach alter Sitte alle Daten von dem alten Kalender in den schon wartenden neuen ein. Ob Terminkalender oder Küchenkalender, Taschenkalender, das war immer schon so für alle ein Ritual für „zwischen den Jahren“. Heute im Zeitalter des Smartphones usw. ist das nicht mehr so üblich, aber ich liebe es noch so wie früher. Da bin ich sicher nicht allein.

Dann die Aufräumwut: Man könnte ja schon die Steuerbelege sortieren, nicht wieder so spät wie sonst, oder einfach mal den Schreibtisch oder die Schubladen ausmisten. Von Speicher und Keller ganz zu schweigen, aber das ist eigentlich was fürs Frühjahr! Also ein guter Vorsatz mehr!

Oder einfach mal lesen, wo man nicht zu kam in der letzten aufregenden Zeit. Dann im Fernsehen die vielen Jahresrückblicke verfolgen oder die immer wiederkehrenden alten liebgewordenen Filme angucken. Man fühlt sich einfach so wie in einem Vakuum, denke ich manchmal. Vielleicht auch mal einen Spaziergang machen, da es zur Zeit mildes Wetter ist, blühen doch tatsächlich Krokusse, japanische Kirschen, sogar Rosen!

Übrigens haben sogar Psychologen diese Zeit analysiert und es so dargelegt, dass es sein kann, dass man psychisch mit dem punktgenauen Umschalten von einer Sekunde zur anderen zum Neuen Jahr überfordert ist und diese Tage davor als Zeit des Übergangs ansehen, um Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen.

Historisch gesehen hat die Redewendung „zwischen den Jahren“ ihren Ursprung in einem Streit über den genauen Zeitpunkt der Geburt Christi und dem Jahresanfang, so haben es Theologen erklärt. Da habe ich, als ich das las, wirklich noch was gelernt! Der Jahresanfang am 1.Januar hat eine wechselvolle Geschichte, bis zum Mittelalter wechselte er mehrmals. Dann hat Papst Innozenz XII. 1691 den letzten Tag des Jahres endgültig festgelegt und nach Papst Silvester I. benannt, der am 31.12. 335 gestorben war. Das habe ich beim Stöbern in meinen Kenntnissen wieder aufgefrischt.

Dann gibt es manchen Aberglauben für die Zeit „zwischen den Jahren“. Auch in meiner Familie ist so einiges seit jeher üblich. Angefangen von der panischen Angst meiner Mutter, die nur echte Kerzen für den Weihnachtsbaum verlangte. Es musste peinlich darauf geachtet werden, dass man keine vergaß anzuzünden, dann würde im nächsten Jahr ein Familienmitglied sterben. Dann durfte in dieser Zeit keine Wäsche gewaschen oder genäht werden, das ist weitverbreitet. Oder die zwölf „hellen Nächte“, damit bin ich zeit meines Lebens mit vertraut: Was man in den Nächten von Heiligabend bis Dreikönig träumt, geht in den jeweiligen Monaten in Erfüllung. An Neujahr gibt es bei vielen traditionsgemäß Sauerkraut zum Essen, das soll angeblich für einen immer gefüllten Geldbeutel sorgen.

Von den Silvesterbräuchen ganz zu schweigen. Auch darüber habe ich letztes Jahr schon geschrieben: „Silvester- und Neujahrsbräuche“, einfach bei „Suchen“ oben rechts auf meiner website anklicken.

Was enormes hörte ich heute im Fernsehen, das möchte ich noch weitergeben. Es werden an Silvester 310 Millionen! SMS versandt. Ein Tipp wurde genannt, die SMS schon vor Mitternacht abschicken, damit sie auch pünktlich ankommt. Wahnsinn, nicht wahr?

Foto: Kurt F. Domnik / pixelio.de

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