In der Weihnachtsbäckerei…

Nun wird es wohl Zeit, dass ich was übers Plätzchenbacken schreibe. Das ist immer noch eine der schönsten Beschäftigungen im Advent.

Ich kenne besonders gute Hausfrauen, die schon im Oktober mit Plätzchen backen anfangen und dann in schönen Blechdosen ihre Schätze verwahren bis zur Adventszeit. Aber richtig Spaß macht es in der Adventszeit, meine ich.

Die Weihnachtsplätzchen heißen im Schwäbischen Gutsle, in der Schweiz Weihnachts-Guetzli. Was so eine richtige schwäbische (oder auch sonstwo) Hausfrau alten Schlages ist, legt ihren Ehrgeiz darein, besonders viele Sorten zu backen. So sagte mir eine schwäbische Freundin mal: „I henn dies Johr koi Zeit, viel Gutsle ze backe, I henn blos dreizehnerlei gschafft!“ (Schwäbische Freunde meiner Seite mögen mir verzeihen, wenn ich nicht alles richtig wider gegeben habe!).

Da es aber wirklich so viele schöne Rezepte für Plätzchen gibt, auch regional verschiedene und internationale, möchte ich mich auf meine Lieblingsplätzchen beschränken.

Für mich gehören Vanillekipfel (oder Kipferl) einfach zum Adventsgebäck dazu. Sie sind auch einfach herzustellen, auch wenn mal nicht soviel Zeit ist. Die Bezeichnung „Kipferl“ kommt, wie man schon raushört, aus Österreich. Im Hochdeutschen sagt man: Hörnchen und in Norddeutschland: Kandoren. In der Schweiz heißen sie Gipfeli, es gibt sie schon seit mehreren hundert Jahren. Aber erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie für die Mehrheit der Bevölkerung erschwinglich. Das hatte seinen Grund darin, dass Vanille sehr teuer war. So konnten es ich nur der Adel und reiche Leute leisten. Das änderte sich erst, als Vanillearoma künstlich hergestellt werden konnte.

Vanillekipferl  45 Stück

170 g Zucker, 1 Prise Salz, 280 g Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, 50 g gem. Haselnüsse, 210 g kalte Butter, 100 g Puderzucker , 1 x Vanilleschotenmark

Ca. 100 g Zucker, Salz, Mehl, Mandel, Nüsse und Butter verkneten. Zu drei Rollen formen (Durchmesser 2 cm), ca. 60 Minuten kühl stellen. Backofen auf 175 Grad (Umluft 155 Grad) vorheizen, Teig in fingerdicke Scheiben schneiden, Kipferl formen, auf Bleche mit Backpapier ausgelegt geben. Dann ca. 12 Minuten backen. Puderzucker, Rest Zucker und Vanillemark mischen, die warmen Kipferl darin wenden und auskühlen lassen.

Von jeher war in meiner Familie auch Heidesand ein beliebtes Gebäck, ganz einfach, aber lecker.

Heidesand ist ein altes Gebäck aus Niedersachsen. Da der Teig so hell und „sandig“ wie Heidesand aussieht, hat das Gebäck diesen Namen.

Heidesand 20 Stück

125 g Butter, 125 g Zucker, ½ P. Vanillezucker, 1 Prise Salz, ½ EL Milch, 180 g Mehl

Die Butter bei mittlerer Temperatur zerlassen und gut bräunen. Das ist wichtig für den typischen Geschmack von Heidesand. Butter wieder völlig erkalten lassen. Wenn sie wieder fester wird, sahnig rühren, nach und nach Zucker, Vanillezucker, Salz und Milch zufügen und schaumig rühren. Mehl unter die Masse kneten. Teig zu einer Rolle formen und in Pergamentpapier im Kühlschrank gut kühlen. Rolle dann in Scheiben schneiden und die Taler auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Im vorgeheizten Backofen (200 Grad) auf der mittleren Schiene ca. 10 Minuten hellbraun backen. Heidesand auf dem Blech auskühlen lassen, damit die Plätzchen nicht zerbrechen.

Dann kommen bei mir immer Butterplätzchen, ganz einfach, aber wirkungsvoll, auf den Teller. Ohne Butterplätzchen ist in der ganzen Familie kein Weihnachten. Vor allem für die Kinder ist es ein Riesenspaß, beim Backen zu helfen. Ich kenne das schon aus der Kindheit, bei meinem Sohn habe ich, als er schon Teenager war, immer Buterplätzchen backen müssen, damit er ausstechen und verzieren konnte (Mittlerweile ist er 41 Jahre und seine Kinder helfen mit).

Butterplätzchen ca. 40 Stück

300 g Mehl, 200 g Butter, 100 g Zucker, 1 Ei, 1 kl. Teelöffel Backpulver.

Alle Zutaten verkneten und den Teig 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. (Das Nudelholz mit Mehl bestäuben oder befeuchten, damit der Teig nicht kleben bleibt). Die Plätzchen ausstechen, da gibt es vielerlei Förmchen, und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Wenn die Plätzchen nur leicht glänzen sollen und nicht verziert werden, mit 1 verquirlten Eigelb oder Dosenmilch bestreichen. Die Plätzchen im vorgeheizten Ofen ca. 10 Minuten bei 180-200 Grad (O-U-Hitze) backen. Sie sollten noch hell aus dem Ofen genommen werden, dann bleiben sie schön weich. Die ausgekühlten Plätzchen nach Belieben mit Zuckerguss, Schokoladenkuvertüre oder bunten Zuckerstreuseln verzieren, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt! Ich sah bei oben erwähnten Kindern die tollsten Sachen dafür!

Am besten schmecken die Plätzchen, wenn sie einige Zeit ruhen (auch am besten in einer Blechdose). Wenn man es nur fertigbrächte, nicht dran zu gehen!

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