Göttliche Liebesfrucht – der Granatapfel

Passend zum Valentinstag habe ich mir vorgenommen, über den Granatapfel zu schreiben. Diese wunderbare Frucht ist natürlich sowieso seit Jahrtausenden hochgeschätzt, aber es ranken sich so viele Mythen um sie, in denen der Granatapfel vor allem als Frucht der Liebe gilt. Eine Legende sagt sogar, dass Eva Adam mit einem Granatapfel verführte. In der griechischen Mythologie gibt es die Geschichte von Persephone, die von Pluto in die Unterwelt entführt wurde. Da sie dort den Granatapfelkernen nicht widerstehen konnte, ließ er sie zwar frei, aber nur unter der Bedingung, dass sie einen Teil des Jahres bei ihm verbringen musste. Aphrodite schätzte den Granatapfel sehr.  Botticelli, der große Maler, hat den Granatapfel in seinem berühmten Gemäle „Madonna mit dem Granatapfel“ verewigt. Noch heute werden in arabischen Ländern Brautpaare mit Granatapfelkernen beworfen, dass soll ihnen Fruchtbarkeit und ewige Liebe schenken.

Der Granatapfel kommt ursprünglich aus Persien, über die Römer und Phönizier kam er in den Mittelmeerraum. Interessant ist, dass ihn die Spanier nach Amerika brachten. Sonst hört man immer, was sie von dort mitgebracht haben. Wegen seiner harten Schale und der damit verbundenen Haltbarkeit war er nämlich ein gutes Essen für die lange Seefahrt!

Der Granatapfel wächst an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern, gehört aber im weiteren Sinne zu den Beeren, da er kein richtiges Fruchtfleisch hat. Die Früchte werden erst, wenn sie reif und rot leuchten, gepflückt, da sie nicht nachreifen. Leider ist der Granatapfel nicht das ganze Jahr bei uns zu bekommen, darum ist er auch so begehrt.

Der Granatapfel ist übrigens auch sehr gesund (das wussten die Altvorderen auch schon!), er enthält fast alle lebenswichtigen Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, hat verdauungsfördernde Eigenschaften. Außerdem soll er Magensverstimmungen lindern, Entzündungen hemmen, eine positive Wirkung bei Prostata- und Brustkrebs haben. Wer Granatapfelsaft trinkt, verbessert die Durchblutung der Herzmuskulatur und den Kreislauf, da gäbe es noch vieles mehr.

Von außen sieht man ihm seine Werte nicht unbedingt an, man muss ins Innere greifen. Am besten geht das so: Man ritzt in die Schale zwei Linien, einmal quer und einmal längs, dann auseinander brechen. Die Kerne können mit den Fingern oder natürlich mit einem Löffel ausgelöst werden. Wer nur den Saft haben möchte, rollt den Apfel mit der flachen Hand und etwas Druck auf dem Tisch. Dann einfach einen Strohhalm hineinstecken, schon kommt man an den köstlichen Saft. Weil er so gut schmeckt, ist der Saft auch beliebt für Cocktails, beispielsweise Tequila Sunrise, hier als Grenadinesirup, gezuckerter Granatapfelsaft. Die reinste Form ist der „Muttersaft“, aus der ersten Pressung, der pur in Flaschen abgefüllt wird.

Aber auch die Kerne sind köstlich, einfach pur zu genießen. Meine Enkel lieben das heiß und innig. Köstlich sind sie in Süßspeisen, Kuchen oder dergleichen. Eine Handvoll über Salat, Fleisch oder Fisch verteilt, verleiht allen Speisen das gewisse Etwas, ein fruchtig-knackiges Geschmackserlebnis!

Nun will ich auch einige Rezepte für Interessierte (und Verliebte) weitergeben aus der Vielfalt, die es auch für diese köstliche Frucht gibt:

Granatapfelsuppe – für vier Personen

2 Granatäpfel, 4 cl Grenadine, 4 Nelken, 2 – 3 EL Honig, 250 ml Apfelsaft, 1 unbehandelte Zitrone, 1 Cantaloupe-Melone, 2 Papayas

Die Granatäpfel halbieren und entkernen, dabei den Saft auffangen und zusammen mit der Grenadine, den Nelken, Honig und dem Apfelsaft in einen Topf geben und aufkochen. Vom Feuer nehmen, den Saft der Zitrone sowie den Abrieb der Schale zufügen und abkühlen lassen. Dann die Nelken herausnehmen. Die Melone und die Papayas halbieren, entkernen, schälen und grob würfeln. Beides mit dem Sud in einen Mixer geben und fein pürieren. So viel kaltes Wasser zufügen, bis eine leicht sämige Suppe entstanden ist. Diese mindestens eine Stunde kalt stellen. Auf Schüsseln verteilen und mit den Kernen garniert servieren.

Zubereitung: 25 Minuten, Kühlzeit: 1 Stunde. Pro Portion: ca. 225 kcal, Fett<1g,Eiweiß 2 g, Kohlenhydrate 51 g, Zucker 48 g, Ballaststoffe 3 g.

Gebratenes Lachssteak – für vier Personen

4 Stücke Wildlachsfilet ( je 200 g), Saft 1/2 Zitrone, Salz, 2 EL Butterschmalz, 200 g Prinzessbohnen, 3 Granatäpfel, 1 Bund Minze o. Melisse, 1 EL Honig, 1 EL Grenadine, 2 – 3 EL Balsamico rosso

Den Lachs unter kaltem Wasser waschen, mit einem Küchentuch trocken tupfen, mit Zitronensaft säuern und mit Salz würzen. Danach die Bohnen putzen, ca. 5 Minuten lang in Salzwasser blanchieren, dann kurz in Eiswasser abschrecken. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Nun die Granatäpfel etwas rollen (s. oben), halbieren und mit einem Esslöffel die Kerne herausholen, den entstandenen Saft zu den Kernen in einen Topf gießen. Langsam bei geringer Temperatur erhitzen, Honig und Grenadine zugeben, zum Kochen bringen, mit dem Essig abschmecken, vom Herd nehmen. 4 TL Granatapfelkerne zurück behalten. Bohnen und Kräuter untermengen, ziehen lassen.

Dann in einer beschichteten Pfanne den Lachs auf beiden Seiten im heißen Butterschmalz einige Minuten lang anbraten – er soll außen goldbraun, innen jedoch noch glasig sein. Den Salat auf den Tellern anrichten, Lachs darüber legen, mit je 1 TL Kernen garnieren.

Zubereitungszeit: 40 Minuten. Pro Portion: ca. 440 kcal, Fett 22 g, Eiweiß 39 g, Kohlenhydrate 19 g, Zucker 7 g, Ballaststoffe 3 g.

Granatapfelsorbet – für 4 Personen

200 ml Wasser,200 g Zucker, 1 EL Zitronensaft, 200  ml Zitronenlimonade, 5 EL Granatapfelsirup, 1 Eiweiß, Granatapfelkerne, 4 reife Feigen.

Wasser und Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen, 1 Minute kochen und erkalten lassen. Diesen Sirup mit Zitronensaft, Zitronenlimonade, Granatapfelsirup und dem Eiweiß in eine Rührschüssel geben und mit dem Mixer durchrühren. In eine Eismaschine geben und zu Sorbet gefrieren lassen. Man kann auch die Masse in eine flache Schale geben und im Gefriergerät mindestens 3 Stunden gefrieren lassen. Allerdings alle 20 Minuten mit dem Mixer gut durchrühren, damit möglichst kleine Eiskristalle entstehen.  Dann das Sorbet in flache Schalen oder Gläser streichen. Die Feigen waschen und vierteln. Das Sorbet damit belegen und mit den Granatapfelkernen bestreuen.

Zubereitungszeit: 20 Minuten, Gefrierzeit: 1/2 bis 3 Stunden. Pro Portion: 310 kcal, Fett <1 g, Eiweiß 2 g, Kohlenhydrate 73 g, Zucker 67 g, Ballaststoffe 1 g.

So können Sie sich, wenn Sie wollen, ein ganzes Menue mit Granatapfel zusammenstellen!

Da ich sehr für Marmeladen und Gelees schwärme, habe ich noch ein ganz tolles Rezept gefunden, das ich unbedingt loswerden möchte:

Granatapfelgelee – für 4 Gläser

2 Granatäpfel, 400ml Granatapfelsaft, 600 ml Traubensaft, 6 cl weißer Rum, 600 g Gelierzucker 1 : 2, 1 Limette

Die Granatäpfel halbieren und entkernen, den Saft auffangen und mit dem Granatapfelsaft, 250 ml Wasser, dem Traubensaft, Rum und dem Gelierzucker in eine Topf geben. Die Limette halbieren, auspressen und mit der Schale dazu geben. Unter Rühren aufkochen lassen, 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.Eine Gelierprobe machen. Zum Schluss die Granatapfelkerne zugeben und die Limettenschalen wieder herausnehmen. Den Gelee in die vorbereiteten Gläser füllen, wie üblich gut verschließen, auf den Kopf stellen, etwas abkühlen lassen. Dann wieder umdrehen.

Zubereitungshzeit: 15 Minuten. Pro Portion (50 g) ca 80 kcal, Fett < 1 g, Eiweiß < 1 g, Kohlenhydrate 19 g, Zucker 18 g, Ballaststoffe < 1 g.

Gutes Gelingen mit viel Liebe und Freude!

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Ein Kommentar to “Göttliche Liebesfrucht – der Granatapfel”

  1. In der Toscana – wo ich lange lebte und arbeitete – ist der Granatapfel das Symbol für neues Leben. Am Totensonntag gehen die Italiener auf den Friedhof, brechen eine Frucht auf und verteilen das „Blut“ des Granatapfels über dem Grab von geliebten Verstorbenen.

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