Sommer-Sonnenwende

Nun haben wir den längsten Tag und die kürzeste Nacht erreicht. Gerade jetzt ist der Sternenhimmel besonders schön. Gerne bleibt man ja auch jetzt an den milden schönen Sommerabenden auf der Terrasse mit kühlem Wein oder Bier oder im Park sitzen und genießt, dass man draußen sein kann. Aber auch am Tage gibt es etwas Besonderes: Die Sonne erklimmt den Zenit ihrer Jahreslaufbahn. Genau um 13.28 Uhr Sommerzeit passiert sie am 21. Juni den Sommerpunkt, der ihren Eintritt in das Tierkreiszeichen Krebs markiert. Darum heißt es auch: der Wendekreis des Krebses. Noch am 21. Juni abends wechselt die Sonne in das Sternbild Zwillinge.

Interessant zu wissen ist, wie in Deutschland der längste Tag ist. Ich habe nachgelesen: in Hamburg dauert der längste Tag 17 Stunden und drei Minuten, in Leipzig 16 Stunden und 37 Minuten, in München 16 Stunden und fünf Minuten. Da sich unsere  Zeitrechnung nach einer fiktiven mittleren Sonne richtet, erfolgt der früheste Aufgang der wahren Sonne bereits am 16. und ihr spätester Untergang erst am 25.Juni. Das wird Zeitgleichung genannt.

Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlt im Juni Venus als Abendstern am Westhimmel. Auch Mars, allerdings nicht so auffällig wie Venus, kann in der ersten Nachthälfte beobachtet werden. Der dritte Planet ist Saturn, auch in der ersten Nachthälfte zusehen. Für Fachleute und Hobby-Astronomen gäbe es sicher noch viel mehr Interessantes am Sternenhimmel zu sehen.

Es gibt auch natürlich viele Bräuche zur Sommersonnenwende oder auch am 24.Juni, Johannnisnacht.

Es ist eines der größten Feste heidnischen Ursprungs auch in der keltischen Zeit (Beltane) gewesen.

Auch heute noch lodern überall in Europa die Sonnenwendfeuer und vielerorts wird der Brauch des Räderrollens gepflegt. (Mit Zweigen bestückte Räder werden angezündet und vom Berg ins Tal gerollt). Um die Feuer finden meist auch Sonnenwendfeste statt, z.T mit alten überlieferten Ritualen, die größten in Stonehenge /England und bei den Externsteinen /Deutschland. Ein beliebter Brauch ist, dass insbesondere Paare über das Feuer springen.

Am schönsten sind meiner Meinung nach die Sonnenwendfeiern in Skandinavien, besonders in Schweden. Am Wochenende nach dem 21. Juni findet sich alles auf dem Dorfplatz ein. Die Mädchen und Frauen haben Zweige und  Blumen gesammelt und Girlanden gewunden. Die Männer bringen den Maibaum, eine Birke, oft bis 20 Meter lang, den die Frauen dann schmücken, auch mit langen Bändern. Unter viel Gelächter und manchem Aquavit wird der Baum dann aufgestellt. Traditionell tragen die Frauen vielerorts ihre Tracht und zu diesem Anlass Blumenkränze im Haar. Nach dem Klang von Akkordeon und Fiedel wird um den Baum getanzt, dabei die bunten Bänder angefasst. Am Abend findet das traditionelle Heringsessen statt. Da es ja im Norden um diese Zeit nicht dunkel wird, dauern die Feiern die ganze Nacht. Dem Tau in der Mittsommernacht wird heilende Kräfte zugeschrieben, früher sammelte man ihn sogar in Gläsern.Ein alter Brauch, der aber  gepflegt wird, ist, dass ein junges Mädchen über die Felder geht und sieben verschiedene Kräuter und Blumen pflückt, die es dann unters Kopfkissen legt. In der Nacht träumt es von dem zukünftigen Bräutigam.

So könnte man sicher noch mehr erfahren über diese besondere Zeit. Das würde sicher zu lang werden.

Auf jeden Fall eine schöne Sommerzeit!

Foto: Anna-Lena Ramm / pixelio.de

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