Was für den Frühjahrsputz – unsterblich: Schrankpapier!

Wer von den Älteren unter uns erinnert sich nicht noch an Mutters Schrankpapier oder hat es als junge Hausfrau in seinem Haushalt selbst benutzt? Jahrezehntelang habe ich nichts mehr davon gehört, obwohl auch ich zu den Nutzern in früheren Zeiten gehörte. Um so verblüffter war ich, als ich vor einiger Zeit sozusagen ein Remake in einer Zeitschrift fand.

Da gibt es doch das gute alte Schrankpapier entweder noch oder wieder! So wie schöne Tapeten, die jahrelang out waren, wieder in Mode kommen! Da wurde ich richtig nostalgisch bei der Lektüre und vor allem bei den Abbildungen: Klein kariert, fein geblümt oder bunt. So sah das Schrankpapier in den 50er Jahren aus. Es war ein Muss, die guten Schränke damit auszukleiden! Für die Küche gab es sogar mit Kunststoff beschichtetes oder auch bewachstes. Das musste säuberlich abgewischt werden!  Meist wurde es an den Rändern mit Reißnägeln fixiert. Eine tolle Neuerung war damal selbstklebendes Papier! Meist standen die Küchenuntensilien oder das Geschirr darauf, um die Regalboden zu schützen. Wegen der Holzsplitter legten manche auch den Kleiderschrank damit aus, um die Kleider zu schützen.

Da gibt es sogar eine lange Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Damals wurden Einzelbogenpapiere in Schränke und Truhen gelegt und Schachteln damit eingebunden. Später klebte man das handgefertigte und bedruckte Papier als Tapete an die Wand. Das war die Tapete der kleinen  Leute, der Dienstboten und der Rumpelkammern.

Buntpapier oder Fantasiepapier, so heißen alle einseitig bedruckten Papierbögen heute. Was mich fasziniert hat, ist, dass sie zum Teil noch von Hand mit Holzmodeln gefertigt werden. Meist werden sie aber im Offsetdruck hergestellt. Ende des 17. Jahrhunderts wurde erstmals in England Schrankpapier auf Rollen gespannt. Dort wurde es auch erstmals mit Duftnoten versehen. Neben dem Wohlgeruch sollte beduftetes Papier unliebsame Gäste! aus den Schränken fernhalten.

Heute ist das Schrankpapier reißfest, wird auf Rollen hergestellt. Es erhält eine Drucklackierung, wodurch es beschränkt wasserfest ist. Die Muster sind weiterhin traditionell kariert, bunt liniert oder geblümt bis abstrakt.

Es wäre eigentlich doch schön, mal diese alte Tradition wieder zum Leben zu erwecken. Ganz einfach, vor dem Auslegen den Schrank sauber auswischen. Das Papier passend zuschneiden und einlegen. Am besten – wie früher – mit Reißnägeln festmachen . Dann kann man es auch einfach mal austauschen.

Foto: zaubervogel / pixelio.de

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