Ach du dickes Ei – Dioxinskandal!

Seit die Medien sehr präsent sind und täglich überall vom Dioxin-Skandal berichtet wird, sind wir Verbraucher ja auch sehr sensibel geworden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt ja inzwischen bei dem Futtermittelhersteller in Schleswig-Holstein. Es soll schon länger zu der Praxis der Herstellung gekommen sein, am 23.12.2010 wurden die Behörden in Schleswig-Holstein und Niedersachsen informiert, dass die zulässigen Höchstmengen von Dioxin überschritten wurden. Danach wurden von amtlicher Seite Proben entnommen.

Inzwischen werden auch immer mehr Einzelheiten bekannt, wie der Hersteller die Gifte verschleierte. So wurde im März eine Probe für das Labor nicht als Futtermittel deklariert, sondern als Maschinenfett. Nach Krisensitzungen des Bundes-Agrarausschusses erklärte auch Verbraucherschutzministerin Aigner, dass es völlig skrupellos sei, belastendes Material unter Futtermittel zu mischen. Und wer als Hersteller auffällige Testergebnisse vor den Behörden verschweigt, mache sich strafbar.

Betroffen sind vor allem Geflügelhöfe, also die Eierproduktion, auch Hähnchenmästereien, also Hähnchenfleisch. Viele mussten geschlossen werden. Seit gestern ist bekannt, dass in Niedersachsen auch Schweinemäster betroffen sind. 140 Schweine mussten bereits geschlachtet werden.

In der Region Hannover hat man nun belegt, dass bis Sonntag Eier mit dem Erzeugercode 2-DE-033350384 in den Handel gelangt sind, die eindeutig mit Dioxin belastet sind. Von amtlicher Seite wird vom Verzehr abgeraten. In NRW sind Eier aus zwei Betrieben mit überhöhten Werten bis zum 23.12.2010 in den Handel gekommen. Es sind XL-Eier mit der Nr. 2-DE-0513912 und bräunliche Eier mit der Nummer 3-DE-0514411.

In den Supermärkten wird zunehmend auf Bio-Produkte zurückgegriffen, wie auch im Fernsehen berichtet wurde. In vielen Geschäften sind diese Produkte schon ausverkauft. Die Nachlieferung hat dem Bio-Handel ein großes Hoch beschert.

Was ist eigentlich Dioxin? Es ist ein Abfallprodukt, das unerwünscht entsteht, bei Verbrennungsprozessen mit Chlor und organischem Kohlenstoff bei bestimmten Temperaturen, außerdem bei chemischen Produktionsverfahren mit Chlor.

(Übrigens las ich jetzt eine Zusammenstellung von anderen Dioxin-Skandalen in den letzten Jahren, es gab sie schon mehrfach, nicht nur in Deutschland.)

Was hat es sich nun bei Dioxin auf sich? Ich habe mich schlau gemacht und versuche, es weiter zu geben: Dioxine sind chemisch aufgebaute Verbindungen, die bereits bei geringer Konzentration giftig sein können. Das hat man bei Tierversuchen festgestellt. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt. 90 bis 95 Prozent kommen über die Nahrung in den Körper.

Weil Dioxine sich im Fettgewebe des Menschen anreichern, wird verhindert, dass sie schnell abgebaut werden können. Eine Vergiftung äußert sich, so die Experten von der Toxikologie, durch auffällige Hautveränderung, häufig wie eine starke Akne. Die sog. Chlorakne kann ein Anzeichen für eine Vergiftung sein.

Eine der häufig gestellten Fragen der Verbraucher, die natürlich verunsichert sind, versuchen die Wissenschaftler sowie auch die Verbraucherschützer dahingehend zu beantworten, dass man nicht unbedingt gleich in Panik verfallen braucht. Die belasteten Eier würden weniger als 10 Prozent der Gesamtbelastung von Dioxin betragen. Ein Frühstücksei aus dem Supermarkt ist nicht akut gefährlich. Allerdings sollten, laut der Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Kinder zurzeit nicht so viele Eier essen, weil bei ihnen aufgrund des geringeren Körpergewichtes die kritische Aufnahmemenge schneller erreicht ist als bei Erwachsenen. Ein oder zwei Eier pro Woche seien unproblematisch. Biobetriebe seien in der Tat mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht betroffen, da sie mit kontaminiertem Futter überhaupt nicht beliefert werden dürften, so die Verbraucherschützer.

Auch stellte sich die Frage, ob man bereits gekaufte Eier wegwerfen sollte, im Prinzip ja, meinen die Experten, wer zu 100 Prozent sicher gehen wolle, sollte in der nächsten Zeit den Verzehr von Eiern, Geflügel und Schweinefleisch einschränken.

Natürlich wollen wir alle auch wissen, wie lange die Vorsichtsmaßnahmen noch dauern sollten. Das kann noch nicht definitiv beantwortet werden. Alle bekannten Produkte würden zwar vom Markt genommen, Betriebe geschlossen und belastetes Vieh getötet. Ich denke, wir werden ja sicher umgehend durch die Medien offizíell informiert werden, dafür ist das Problem zu wichtig!

Etwas Gutes könnte das Ganze aber haben, nämlich, dass die Verbraucher weiter sensibilisiert werden, auch nach Beendigung des Skandals für die Zukunft auf gesundes Essverhalten achten!

Hinterlasse bitte einen Kommentar, oder eine Trackback von Deinem Blog.

Ein Kommentar to “Ach du dickes Ei – Dioxinskandal!”

  1. Jenny sagt:

    Vielen lieben Dank für diesen sehr aufschlussreichen Artikel! Ich möchte nicht wissen, wie lange wir schon dioxinhaltige Lebensmittel essen (müssen). Nach und nach kommt ein Skandal nach dem anderen ans Tageslicht. Doch nicht zu vergessen ist die „Vorlaufzeit“ bis dies an die Öffentlichkeit gelangt.
    LG
    Jenny

Hinterlasse einen Kommentar

Copyright © 2013 Allerlei Frauerlei – Gesundheit, Garten und Genuss