Rauchen oder nicht – eine unendliche Geschichte

Schon zum Jahresanfang wollte ich eigentlich passend zum Datum und zum Artikel über gute Vorsätze schon übers Rauchen schreiben. Nun ist es aber soweit. Wie viele nehmen sich zum Jahresanfang vor, nicht mehr zu rauchen. Jetzt ist es aber die letzte Zigarette usw.! Das sagen die Raucher, vom Qualm umhüllt. Wer Rauchen als Genuss empfindet, kommt auch nur schwer davon los. Wie zünftig ist oder besser war es, beim abendlichen Plausch an der Theke des Lieblingslokals bei Bier und einem Zigarettchen über die Leute und Gott und die Welt zu philosophieren! Das ist leider schon schwer gemacht worden durch das Rauchverbot allenthalben. Draußen vor der Tür, womöglich im kalten Wind, politisiert es sich nicht gut.

 Nun kann man sich ja überall in den Medien über die Gefahren, die Rauchen mit sich bringt, informieren. Zugegeben, die Zahlen sind schon erschreckend! Zigarettenrauch enthält 4800 Schadstoffe und schädigt fast jedes Organ, so sind die Angaben der Deutschen Krebshilfe. Es verkürzt das Leben um durchschnittlich 10 Jahre! Viele Krankheiten sind bei Rauchern deutlich häufiger. Von 50 Prozent der tabakbedingten Todesfälle sind Menschen im Alter von 35 bis 69 Jahren betroffen, damit entgehen ihnen durchschnittlich 20 Jahre ihrer Lebenserwartung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 2009 etwa 43 830 Menschen an Erkrankungen, die mit dem Tabakkonsum in Verbindung stehen. Andere Quellen gaben mir sogar 110000 an! Rauchen erhöht die Gefahr für Gelenkleiden, aber auch nicht nur Lungenkrebs, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen  treten bei Rauchern doppelt so häufig auf wie bei Nichtrauchern.

Es gibt auch eine Studie einer spanischen Universität, die zeigt, dass die weit verbreitete Ansicht, Rauchen erhalte schlank, nicht richtig ist. Rauchen, so die Studie, führe langfristig nicht zu einer deutlichen Gewichtsabnahme.

So könnte man noch vieles anführen , was das Rauchen als ungesund deklariert, beispielsweise, dass Kinder von Raucherinnen oft sehr klein und untergewichtig auf die Welt kommen. Nach der Geburt haben sie mit einem regelrechten Entzug zu kämpfen. Darum sind manche Säuglinge nervös und schreien viel.

Seit 2002 müssen Zigarettenhersteller zwei allgemeine und 14 besondere Warnhinweise in einer bestimmten Größe auf jede Schachtel drucken lassen, die auf die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens hinweisen. Aber trotz der Warnhinweise rauchen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes immer noch mehr als 26 Prozent der Deutschen über 15 Jahre. Die Zahlen seien rückläufig, so heißt es. Gerade heute las ich in der Zeitung, dass Jugendliche nicht mehr so viel rauchen, das hat mich gefreut.

Etwas sehr Interessantes habe ich aufgestöbert: Untersuchungen haben ergeben, dass Nikotin in den Botenstoffwechsel im Gehirn eingreife und sogenannte Glückshormone freisetze, so die Wissenschaftler. Der Griff zur Zigarette löst also neurologische Glücksmomente aus. Es solle sogar stärker als Cannabis abhängig machen!

Was auch untersucht wurde, für den hohen Suchtfaktor sind auch die vielen Zusatzstoffe verantwortlich. Diese, die bis zu zehn Prozent des Tabakanteils betragen können, lassen den Raucher den scharfen, brennenden Tabakrauch als angenehm empfinden. So können sie ihn tiefer einamten.

Also, wenn man das alles liest, sollte man sich wirklich überlegen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist für viele natürlich nicht so einfach. Wie sagte schon der amerikanische Schriftsteller und leidenschaftliche Pfeifenraucher Mark Twain: „Es ist die einfachste Sache der Welt, ich habe es schon 100-mal geschafft!“. Eine Umfrage des Infas-Instituts ergab, dass drei Viertel aller Befragten auf Grund der drohenden Gesundheitsschädigungen gern mit dem Rauchen aufhören wollen.

Wa könnte man tun? Der eigene Wille zählt natürlich in erster Linie. Als Zweites sollte man die Methode wählen, von der man sich den größten Erfolg verspricht. Man sollte Feuerzeuge, Aschenbecher usw. weit weg verbannen. Sport treiben ist sehr gut, es verhindert auch mit das Zunehmen, das bei manchen eintritt. Denn ich weiß, dass viele zu Süßigkeiten als mentalem Ersatz greifen. Gut ist es, wenn Familie und Freunde mitziehen. Professionelle Hilfe bieten Rauchertelefone, Rauch-frei-Seminare, die auch Suchtberatungsstellen und die Krankenkassen anbieten. Auch gibt es in den Apotheken rezeptfreie Präparate, die das Verlangen nach Tabak verringern. Sie enthalten Nikotin. Es gibt den Suchtstoff als Pflaster, Inhaler, Lutschtablette und Kaugummi. Der Raucher beginnt mit hohen Dosen, die er senkt, bis er seine Sucht überwunden hat. Es gibt auch rezeptflichtige Mittel, da sollte man sich auf das Urteil des Arztes verlassen können.

Eine allgemein gültige Mehode für jedermann gibt es natürlich nicht. Einer verträgt die Medikamente nicht, der andere ist nicht für therapeutische Gespräche offen. Viele schwören sogar auf Akupunktur oder Hypnose. Dazu sagen die Experten, sie könnten denjenigen Menschen helfen, die daran glauben. Denn der Erfolg einer Raucherentwöhnung ist stark davon abhängig, wie man sich mit der gewählten Methode in Einklang bringt.

Für Interessierte habe ich herausgefunden: Rauchertelefone beim Deutschen Krebsforschungszentrum – 06221-424200, montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: 01805/313131. montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.  

Im Internet: www.tabakkontrolle.de , www.rauchfrei-info.de , www.dhs.de

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