Watt aufs Ohr – Wattestäbchen können gefährlich sein

Es kommt leide sehr häufig vor, dass sich Menschen mit dem Wattestäbchen das Trommelfell durchstechen. Wie oft, weiss man nicht, es gibt keine Statistik. Aber die HnoO-Ärzte können ein Lied davon singen. Es gab sogar den Patienten, der sich beide Ohren gleichzeitig mit Wattestäbchen sauber machen wollte, durch ein Geräusch erschrak und sich beide Trommelfelle durchstach.

Aber das Tollste ist, was keiner weiß: In Wirklichkeit “reinigt” man das Ohr nicht, sondern schiebt das Ohrenschmalz nur tiefer in den Gehörgang. Das ist dreifach gefährlich. Einmal wird das so genannte Cerumen im Gehörgang gebraucht, es verhindert das Einnisten von Bakterien. Dann entsteht durch die “Reinigung” ein Cerumen-Propf, der von allein nicht mehr herauskommt. Und dann natürlich die Verletzung des Trommelfells. Eine plötzliche Bewegung reicht schon aus. Mit viel Pech ist das Trommelfell auch wirklich zerstochen.

Der HNO-Arzt legt einen kreisrunden, kleinen Flicken aus Zigarettenpapier aufs Trommelfeld. Einerseits ist das Mittelohr besser vor Infektionen aus dem Gehörgang geschützt. Andererseits kommt ein bisschen Hörfähigkeit zurück, weil das Trommelfell nun wieder schwingen kann. Das Zigarettenpapier ist eine Art Schienung, an der entlang das Trommelfell wieder zusammenwachsen kann. Das dauert meist monatelang. Also besser wäre es, gar nicht erst mit dem Wattestäbchen ins Ohr zu gehen.

Übrigens, was ich gelesen habe: Auf den Packungen der Hersteller steht allerhand, aber eine Ohrenreinigung wird ausdrücklich nicht empfohlen.

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