Sind wir eine Wegwerfgesellschaft?

Wieder gab es eine Studie des Verbraucherministeriums, die mich aufs neue sehr erschrocken gemacht hat. (Ich hatte schon mal darüber geschrieben). Demnach landen in deutschen Privathaushalten jährlich 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll!! Vor allem werden auch Lebensmittel weggeworfen, die durchaus noch genießbar wären. Pro Kopf hat man errechnet, sind das 235 Euro an Speisen, die vernichtet werden. Das müsste wirklich nicht sein.

Da wurde von den Verbraucherzentralen auch wieder eine ganze Reihe von Aufklärungen und Tipps bekanntgegeben. Einige habe ich mir zum Beherzigen rausgesucht und möchte sie gern weitergeben:

Wenn es um das Mindesthaltbarkeitsdatum geht, sind viele Lebensmittel auch danach noch genießbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird nach Angaben der Fachleute vom Hersteller festgelegt. Es markiert den Zeitraum, in dem er dafür garantiert, dass verpackte und ungeöffnete Lebensmittel bei sachgerechter Lagrung alle Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert noch haben und genießbar sind.Sind Produkte kürzlich abgelaufen, raten die Experten, aber das weiß eigentlich die Hausfrau auch, sollten sie nach Veränderungen untersucht werden. Also, Verfärbungen, Schimmel, unangenehmer Geruch, dann sollten sie natürlich gleich weg.

Das Verfallsdatum ist da was anderes, das ist keineswegs flexibel. Nach Ablauf darf dieses Produkt weder verkauft noch gegessen werden. Meist ist das bei abgepacktem Fleisch wie Hack oder bei Bratwurst der Fall. Sie müssen sowieso kühl bei unter sieben Grad gelagert werden. Aber egal wie, die sollten nicht länger aufbewahrt werden.

Wie kann man denn Reste richtig aufbewahren? Es bleibt ja meist vom Kochen etwas übrig. Natürlich erstmal abkühlen lassen, dann luftdicht verpacken. Also in Dosen am besten, die man gut verschließen kann. Nicht mit einem Teller auf der Schüssel oder dem Topf in den Kühlschrank stellen, da kann Flüssigkeit verdunsten, die sich im Kühlschrank sammelt. (Mache ich leider manchmal!). Alufolie ist auch nicht so gut, wie ich gelernt habe, wegen des hohen Energieverbrauchs bei der Herstellung. Dann sollten die Reste aber schon am nächsten oder übernächsten Tag aufgebraucht werden.

Da gibt es übrigens einen Ratgeber für 9,90 Euro bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen. Es kann auch  für zuzüglich 2,50 Euro Porto und Versand bestellt werden.

Was kann man denn gut einfrieren und was nicht? Einiges habe ich mir rausgesucht aus der Fülle von Infos, die man bekommen kann: Äpfel oder Birnen nicht im ganzen geeignet, aber in Stücke geschnitten oder als Kompott. Beeren einzeln auf ein Tablett, so etwas Erdbeeren, dann vorgefrieren. Wenn sie fest sind, portionsweise in Beutel und in den Tiefkühlschrank. Das mache ich im Sommer oft, für Kuchen usw. Weintrauben taugen nicht zum Einfrieren. Man kann Früchte gut, wenn sie zerkleinert sind, mit Zucker oder Zuckerlösung einfrieren. Für Zuckerlösung, kenne ich noch von meiner Mutter, gibt die Verbraucherzentrale sogar ein Rezept: 450 g Zucker auf ein Liter Wasser, aufkochen, abkühlen lassen und die Früchte damit begießen.

Gemüse, das weiss die Hausfrau, sollte geputzt, geschnitten und blanchiert eingefroren werden. Was nicht geht, sind Auberginen, Spargel, Zucchini, rohe Kartoffeln. Oder auch Rettich und Radieschen, die sind einfach nur als Rohkost gut. Zitrusfrüchte entweder auspressen und als Saft einfrieren. Oder man schält filetiert sie zum Einfrieren. Dabei mache ich von Zitronensaft die Eiswürfelbehälter voll, gerfriere das und habe dann passende Mengen zum Zugeben für andere Speisen.

Käse ist so eine Sache, Hartkäse wird leicht bröckelig. Weichkäse verliert sehr viel an Qualität beim Einfrieren. Quark und sowieso Milchprodukte sind grundsätzlich gut geeignet. Ausnahmen sind Dickmilch, Joghurt, saure Sahne und Creme fraìche – sie werden flockig.

Als Verpackung sind Gefrierbeutel und gefriergeeignete Plastikbehälter am besten. Alufolie oder Frischhaltefolie ist im Sinne des Umweltschutzes nicht empfohlen. Alles natürlich luftdicht verpacken, also die Luft gut rausdrücken beim Einfüllen etwa in Beutel. Fertige Speisen kann man gut portionsweise in mikrowellengeeigneten Behältern einfrieren, das macht das Auftauen in der Mikrowelle einfacher.

Dass man alles gut mit Etiketten versieht, ist wohl selbstverständlich. Immer mit Inhaltsangabe und Einfrierdatum, denn es ist ja auch nicht alles unbegrenzt im Tiefkühlfach haltbar. Auch dazu habe ich von der Verbraucherzentrale Angaben gelesen: Also man rechnet mit einer Temperatur von minus 18 Grad folgende Daten: Fisch 9 Monate, Obst und Gemüse 15 Monate, Käse 4 Monate, Margarine und Sahne 12 Monate, Butter 9 Monate, Brötchen, Brot, Gebäck 6 Monate, Torten 2 Monate, Fertige Gerichte 3 Monate. Dann das Fleisch, das ist ja auch gut zu beachten: Rind- und Kalbfleisch 10 Monate, Schweinefleisch, mager, 6 Monate, fett, 3 Monate, Hackfleisch, mager, 4 Monate, fett 2 Wochen!, Hähnchen 10 Monate.

Da wäre doch manches zu bedenken, wie man unsere Lebensmittel mit ein wenig Überlegung besser verwerten kann, oder?

Foto: siepmannH / pixelio.de

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