Die Stimme – ein wichtiges Instrument

Man sollte darauf achten, dass man seine Stimme pflegt – und sein wohlklingendes Instrument auch schult. Das ist keineswegs selbstverständlich. Es wird alles mögliche trainiert, Körper und Geist, aber die Stimme wird meist stiefmütterlich behandelt. Studien sagen, dass wir beim Sprechen 30 -40 Prozent des Inhalts über die Stimme vermitteln. Dazu sollte die Stimme entsprechend klingen. Besonders Menschen, die viel sprechen, Sänger, Lehrer, Schauspieler, Politiker usw. leiden besonders häufig unter Über- und Fehlbelastungen. Typische Warnzeichen sind wiederkehrende Heiserkeit,ein „Organ-Gefühl“. Diese Beschwerden nehmen während eines langen wortreichen Tages zu. Viele haben dann einen Räusperzwang. Die Warnzeichen sollte man ernst nehmen. Man kann mit einer Stimmtherapie oder Logopädie gegensteuern – oft eine langwierige Behandlung. Ideal wäre es, wenn die Ausbildung in sprechintensiven Berufen auch ein Stimmtraining umfassen würde.

Ein gutes Mittel gegen Heiserkeit ist viel trinken, Wasser, Saft, Apfelschorle und Tee, z.B. mit Malve oder Salbei, das hält die Atemwege feucht. In Erkältungsphasen sollte man auf kalte Getränke aber verzichten, auch bei Alkohol zurückhalten.
Die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Arbeitszimmern sollte auch im Winter nicht unter 30 Prozent sinken. Allein der Aufenthalt in Räumen, wo geraucht wird, strapaziert die Kehle. Rauchen schadet noch mehr.
Wenn Heiserkeit eintritt, möglichst wenig sprechen, nicht flüstern. Wenn es geht, auch nicht häufig räuspern. Gut sind Lutschpastillen und Inhalieren.

Wenn aber die Stimmprobleme eine andere Ursache haben? Ich kann aus eigenem Erleben (mit dem Ehemann) berichten, wenn eine zunehmend leise undeutliche Stimme von der Parkinsonkrankheit herrührt. Dies ist ein sehr häufiges Symptom dieser Krankheit. Man kann sich nicht mehr verständlich machen, wenn mehrere reden oder diskutieren. Das ist sehr frustrierend. Der behandelnde Professor empfahl uns einen Crash-Kurs bei einer Logopädin, die die oben genannten Fälle trainiert (Schauspieler),aber auch speziell für Parkinsonkranke ausgebildet ist, und zwar in der Lee-Silverman-Methode. Dieses Übungsprogramm wurde in Amerika (Universität Colorado-Boulder) entwickelt und nennt sich in English Lee-Silverman-Treatment (LVST) nach dem ersten Patienten, der erfolgreich damit behandelt wurde. Das Programm soll der Stimmkräftigung dienen und damit dem Stimmklang. Die Grundlage besteht darin, „laut“ zu denken, also versuchen, sich an das laute Sprechen wieder zu gewöhnen.

Wir wurden beide von Claudia sehr herzlich empfangen und eingestimmt, es ist wichtig, dass der Partner mitmacht, damit man auch zu Hause weiter üben kann. Zuerst wurde ein Film erstellt mit einem längeren Monolog. Wir waren ca. sechs Wochen viermal wöchentlich eine Stunde zur Therapie. Claudia war sehr bemüht, es war eine tolle Atmosphäre, auch das Menschliche kam nicht zu kurz, immer eine Tasse Ingwertee oder Wasser. Denn auch hier gilt, viel trinken. Ein Trick, um die Gaumensegel zu trainieren, mit Strohhalm trinken. Jede Einheit beginnt bei dieser Methode mit tiefem Einatmen und lautem „A“, lang anhaltend. Etwa zehnmal, Normalton, Tief und Hoch. Hilfreich ist, die Hände auf den Bauch zu pressen und einen Tischspiegel vor sich zu haben, um sein Gesicht zu kontrollieren (Mund weit auf). Dann täglich laut Alltagsfloskeln wiederholen. Es ist uns so geläufig geworden, dass mir manchmal schon ein lautes „Guten Morgen“, „Hast Du die Zeitung geholt“ u.ä. morgens entgegen tönt. Wir haben jedenfalls weiterhin viel Spaß dabei. Sehr abwechslungsreich war das übrige Programm mit Rollenspielen, freiem Sprechen, Lesen, Singen usw. Es hat viel gebracht , am Ende wurden neue Aufnahmen gemacht, die wir als DVD mitnahmen, in dem Stile wie Vorher-Nachher.
Der Abschied fiel uns richtig schwer, Danke Claudia!!

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