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Ein frohes und gesundes Neues Jahr

Ein frohes Neues Jahr! Nun sind die Böller gezündet und der Silvesterkater wird gepflegt.

Ich bekam ein wunderschönes Töpfchen Glücksklee geschenkt. Das brachte mich auf die Idee,  nach dieser Sitte zu stöbern. Die vierblättrigen Kleeblätter wachsen ja nicht so ohne weiteres. Wir haben als Kinder immer gesucht und gesucht, wenn wir auf einer Kleewiese waren, um eins zu finden. Sie würden meist noch am Weißklee gefunden, habe ich gelesen. Der Vierblättrige Sauerklee ist in Mexiko zu finden. Heute werden speziell für Neujahr vierblättrige Kleepflanzen gezüchtet, die ihren Ursprung eben in  Mexiko haben.

Dabei haben schon die alten Druiden die vierblättrigen Kleeblätter als Schutzsymbole gekannt. Vor rund 2200 Jahren sahen die Kelten, so ist überliefert, im vierblättrigen Kleeblatt die Himmelsrichtungen und gleichzeitig auch die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde miteinander verbunden.

Eine christliche Legende gibt es über Eva, die bei der Vertreibung aus dem Paradies als Andenken an das glückliche Leben im Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitgenommen haben soll. So sagt man, jeder Finder eines solchen habe ein kleines Stückchen Paradies in der Hand.

Da die Pflanze als Glücksbringer sehr begehrt ist, lohnt sich hier der Anbau. Es gibt Gärtnereien, die sich darauf spezialisiert haben. Das ist nicht so einfach, wie ich gelernt habe, die Pflanzen müssen sozusagen auf den Punkt genau verkaufsfertig sein. Denn naturgemäß ist die Hauptverkaufszeit nur auf einige Tage begrenzt. Die deutschen Gärtnereien beziehen die Zwiebeln für den Glücksklee aus Holland. Ab Mitte Oktober ist Pflanzzeit in die Töpfe. Im Gewächshaus bei 16 Grad kommen nach zwei Wochen die ersten Blätter raus. Dann nach einigen Wochen haben alle Pflanzen Blätter gebildet.

Da werden sie dann als Neujahrspräsent mit Glücksschweinanhängern, Schornsteinfegern oder Hufeisen angeboten, um den Empfängern Glück im Neuen Jahr zu bringen.

Zwischen den Jahren……..

Die Weihnachtsfeiertage sind zu Ende. Nun sind wir  so „zwischen den Jahren“, diese Tage zwischen dem festlichen Weihnachtsfest und dem fröhlichen Neujahr sind etwas Eigentümliches. Man fühlt sich so anders, es ist kein richtiger Rhythmus drin. Viele haben ja auch Urlaub, manche natürlich müssen gerade jetzt hart arbeiten. Ich denke da an das Verkaufspersonal der Kaufhäuser, die den alljährlichen Umtausch- und Schnäppchenstress erleben, die Metzger, Bäcker, Friseure usw.

Aber mir und vielen anderen geht es jedes Jahr so, ich las sogar eine lange Kolumne darüber. Man fühlt sich so „aus der Zeit gefallen“, wie ein Autor es ausdrückte. Schon lange nimmt man sich vor, die Besinnlichkeit, die sich Weihnachten mit Essen und Besuchen nicht einstellen wollte, nachzuholen. Manche Einladungen oder Treffen hat man verschoben, nein, vor Weihnachten geht es gar nicht, aber wie wäre es „zwischen den Jahren“?

Dann sind diese vielen guten Reste da, da sagt man, das verbrauchen wir jetzt. Und überhaupt, dann wird ja alles anders, wir essen nicht mehr so viel, wir sind voller guter Vorsätze, egal, was man sich vornimmt. Aber…. es hat ja noch Zeit, doch nicht jetzt, zwischen den Jahren! Wer nicht arbeiten muss und nicht verreist ist, ist einerseits schlaff und will es, wie gesagt, faul und besinnlich, andererseits voller Tatendrang, was man alles tun könnte, jetzt, zwischen den Jahren. Weil man sonst jetzt nichts Großes planen will.

Da ist was, was ich heute gemacht habe: Ich trage noch gern nach alter Sitte alle Daten von dem alten Kalender in den schon wartenden neuen ein. Ob Terminkalender oder Küchenkalender, Taschenkalender, das war immer schon so für alle ein Ritual für „zwischen den Jahren“. Heute im Zeitalter des Smartphones usw. ist das nicht mehr so üblich, aber ich liebe es noch so wie früher. Da bin ich sicher nicht allein.

Dann die Aufräumwut: Man könnte ja schon die Steuerbelege sortieren, nicht wieder so spät wie sonst, oder einfach mal den Schreibtisch oder die Schubladen ausmisten. Von Speicher und Keller ganz zu schweigen, aber das ist eigentlich was fürs Frühjahr! Also ein guter Vorsatz mehr!

Oder einfach mal lesen, wo man nicht zu kam in der letzten aufregenden Zeit. Dann im Fernsehen die vielen Jahresrückblicke verfolgen oder die immer wiederkehrenden alten liebgewordenen Filme angucken. Man fühlt sich einfach so wie in einem Vakuum, denke ich manchmal. Vielleicht auch mal einen Spaziergang machen.

Übrigens haben sogar Psychologen diese Zeit analysiert und es so dargelegt, dass es sein kann, dass man psychisch mit dem punktgenauen Umschalten von einer Sekunde zur anderen zum Neuen Jahr überfordert ist und diese Tage davor als Zeit des Übergangs ansehen, um Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen.

Historisch gesehen hat die Redewendung „zwischen den Jahren“ ihren Ursprung in einem Streit über den genauen Zeitpunkt der Geburt Christi und dem Jahresanfang, so haben es Theologen erklärt. Da habe ich, als ich das las, wirklich noch was gelernt! Der Jahresanfang am 1.Januar hat eine wechselvolle Geschichte, bis zum Mittelalter wechselte er mehrmals. Dann hat Papst Innozenz XII. 1691 den letzten Tag des Jahres endgültig festgelegt und nach Papst Silvester I. benannt, der am 31.12. 335 gestorben war. Das habe ich beim Stöbern in meinen Kenntnissen wieder aufgefrischt.

Dann gibt es manchen Aberglauben für die Zeit „zwischen den Jahren“. Auch in meiner Familie ist so einiges seit jeher üblich. Angefangen von der panischen Angst meiner Mutter, die nur echte Kerzen für den Weihnachtsbaum verlangte. Es musste peinlich darauf geachtet werden, dass man keine vergaß anzuzünden, dann würde im nächsten Jahr ein Familienmitglied sterben. Dann durfte in dieser Zeit keine Wäsche gewaschen oder genäht werden, das ist weitverbreitet. Oder die zwölf „hellen Nächte“, damit bin ich zeit meines Lebens vertraut: Was man in den Nächten von Heiligabend bis Dreikönig träumt, geht in den jeweiligen Monaten in Erfüllung. An Neujahr gibt es bei vielen traditionsgemäß Sauerkraut zum Essen, das soll angeblich immer für einen gefüllten Geldbeutel sorgen.

Von den Silvesterbräuchen ganz zu schweigen. Da gibt es viele traditionelle und auch verrückte Bräuche.

Inzwischen werden zu Silvester maßlos viele SMS versandt. Letztes Silvester 310 Millionen! Ein Tipp, die SMS schon vor Mitternacht abschicken, damit sie auch pünktlich ankommen.

 

 

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Weihnachten – kulinarisch in aller Welt……

Nicht nur die Weihnachtsbräuche sind sehr verschieden in der Welt, auch die kulinarischen Gepflogenheiten. Hier ein paar Auszüge, alles aufzuschreiben, wäre zu viel:

In Deutschland gibt es traditionell Gänsebraten oder auch Wild und Karpfen. Da ist interessant zu wissen, warum Gänsebraten und nicht Lamm oder Rind? Dies geht bis ins Mittelalter zurück, da wurde die Adventszeit sehr streng eingehalten, wie eine Fastenzeit. Ohne Butter, Eier, Fleisch. Am Weihnachtsabend wurde das Fasten „gebrochen“ und man aß in vollen Zügen, natürlich nahrhafte und fette Speisen, wie eben Gänsebraten. Das Weihnachtsgebäck hat übrigens auch mit dieser Zeit zu tun, denn es war auch verboten. Aber man kam auf einen Trick – Lebkuchen und Honigbrote waren erlaubt, sie galten wegen ihrer Gewürze als Heilmittel!

Was bei uns die Gans ist, ist in vielen Ländern der Truthahn, der „Turkey“. Beispielsweise in: England, Irland, USA, Australien. Aber auch in Malta, das ja lange englisch war, wird gefüllter Truthahn gegessen., dazu der Christmas-Pudding nach englischer Art. Aber auch Timpara, ein maltesisches Nudelgericht und maltesisch-typisches Gebäck. Aber auch in Frankreich wird „Dinde aux marrons“ – Truthahn mit Maronen, gegessen. Zum Nachtisch gibt es nach altem Brauch „Búche de Noel“, der wie ein Baumstamm aussieht. Früher verbrannte man ein Holzscheit im Kamin und streute die Asche auf die Felder, das sollte Glück für eine gute Ernte im nächsten Jahr bringen.

 

In Italien gibt es oft Aal oder Stockfisch aus dem Kabeljau. Auch in Portugal ist Kabeljau zu Weihnachten Tradition. In Luxemburg isst man Blutwurst mit Stampfkartoffeln und Apfelsoße. In Schweden  bereitet man ein üppiges Fischbüfett mit vielen kleinen Häppchen vor. Man tanzt dort übrigens zu einem besonderen Lied um den Weihnachtsbaum. In Polen ist der Weihnachtstag ein Fasttag. Das Festessen kommt erst auf den Tisch, wenn der erste Stern am Himmel steht, sehr oft Karpfen. In Bulgarien ist das Festmahl traditionell vegetarisch. Außerdem reicht man ein Brot herum, in dem eine Münze versteckt ist. Wer sie bekommt, hat im nächsten Jahr Glück.

Eine ähnliche Tradition ist in Dänemark und Island bekannt: Da gibt es einen Reisbrei, in dem eine Mandel versteckt ist. Wer sie findet, bekommt ein Extrageschenk. In Tschechien schneidet man einen Apfel auf und liest aus der Lage der Äpfel die Zukunft.

In Finnland wird erst in die Sauna gegangen, bevor man sich zum Festessen versammelt. Es gibt den traditionellen Weihnachtsschinken, dazu eine Vielzahl von Gemüseaufläufen und Heringssalat. Man trinkt dazu den „Glögi“.

So gibt es landestypisch und auch regional überall verschiedene traditionell überlieferte spezielle Gerichte und Arten, das Weihnachtsfest zu feiern.

 

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel…………..

Gerade habe ich mir die Sendetermine von meinem heißgeliebten Lieblingsfilm ausgedruckt. Ich bin der absolute Fan dieses Films, wie viele andere auch. Ich habe mir den Film natürlich auch zwischendurch auf Prime Video angesehen. Gleich sechsmal läuft der Filmklassiker allein an Heiligabend. Die Rechte die der WDR hat, spülen immer noch siebenstellige Beträge in die Kassen.

Da fielen mir einige Fakten der Dreharbeiten dieser Co-Produktion der DEFA mit dem Tschechischen Fernsehen in die Hände. Etliche sind sowieso bekannt.

Übrigens wurden die wunderschönen Kulissen, besonders im Ballsaal, von dem damals vor mehr als 50 Jahren besten Bühnenbildner der DDR, Alfred Thomalla, geschaffen. Er ist der Vater von Simone Thomalla. Die Hauptdarstellerin Libuse Safrankowa, die leider mit 68 Jahren starb, war eine von 2000 Bewerberin im Casting. Kurz vor dem Dreh fiel die Wahl auf die 19-jährige Tschechin. Moritzburg bei Dresden, wo die Außenaufnahmen des großen Balls stattfanden, ist ein Schuh aus Bronze genau auf dem Treppenstufen eingelassen, wo Aschenbrödel ihn verlor. Die Drehorte sind Ziel von Tausenden Fans pro Jahr. 2014 wurde das berühmte Ballkleid aus dem Originalfilm aus einem Museum in Dresden gestohlen. Die Diebe schickten es später per Post zurück. Der Fall wurde nie aufgeklärt.

 

„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sollte eigentlich im Frühling gedreht werden. Da ergab sich, dass die DEFA sch0n was anderes geplant hatte. Um die Arbeiter in den Filmstudien zu beschäftigen, verlegt man die Handlung in den Winter. Leider gab es in dem Jahr aber wenig Schnee, da musste man sich mit Kunstschnee behelfen. Der wurde damals aus Fischmehl gemacht, der sehr stank. Wenn ich denke, wie der Prinz und seine Freunde knietief in dem Schnee rumwateten, kann man sich das kaum vorstellen.

Über Nikolaus, das wunderschöne Pferd, hatte ich schon gelesen, Ihn gab es zweimal. Wegen einer Maul- und Klauenseuche in der DDR gab es ein Pferd für die Drehorte  in Tschechien und eins für Deutschland. Der Prinz konnte nicht reiten, er musste erst Unterricht nehmen. Dafür hat er sich doch tüchtig geschlagen. Er wurde sicher auch manchmal gedoubelt. Von Aschenbrödel weiß man, dass sie sich mit Pferden auskannte. Sie wurde bei dem rasend schnellen Ritt vom Ball zurück gedoubelt. Der Darsteller des Prinzen sprach so unverständlich dialektgefärbt, dass er nachsynchronisiert werden musste. Heute aber ist er erfolgreicher Synchronsprecher.

Zu dem wunderbaren König, gespielt von Rolf Hoppe, ist zu sagen, dass er ein erfolgreicher Schauspieler auch im Westen war. Leider ist er schon von uns gegangen, Ich freue mich jedenfalls sehr auf diesen Film, den ich allerdings bei strahlend warmem Wetter in meinem Altersdomizil in Spanien ansehe. Feliz navidad.

Adventsbräuche hier und anderswo………….

Schon sind wieder in der Adventszeit angekommen. Anbei einige Gedanken und Infos über Adventsbräuche.

In Deutschland ist der Advent die Zeit der Lichter und Kerzen, Adventsschmuck in Stadt und Land. Auch in den Wohnungen wird adventlich geschmückt, die meisten haben einen Adventskranz oder ein Gesteck mit Tannenzweigen. In vielen Familien wird noch (oder wieder) gebacken, gebastelt und auch gesungen. Ein alter Brauch ist, am Barbaratag (4.12.) nicht nur den Kindern was Süßes in die Schuhe zu stecken, sondern auch Kirschzweige von draußen zu holen in die warme Wohnung. Es ist schön, wenn sie dann zu Weihnachten blühen. Dann kommt am 6.12. der Nikolaus, das wird auch überall begangen.

Da ist man doch mal neugierig, wie wohl die anderen Europäer Advent feiern. Es gibt da so viele verschiedene Bräuche, landestypisch. Eine kleine Auswahl, was ich gelesen habe. Vieles ist auch bekannt, wird aber bei uns meist nicht begangen.

England: Im Advent werden die Wohnungen mit Girlanden dekoriert und die Weihnachtskarten werden an Wäscheleinen, die quer durchs Zimmer gespannt werden, mit Klammern angehangen. Das haben sich manche hier bei uns auch abgeguckt. Unverzichtbar ist, einen Mistelzweig über einer Tür aufzuhängen. Das hat eine lange Tradition, denn Mistelzweige sind ein Symbol für Frieden. Wenn sich früher zwei Feinde unter einem Mistelzweig trafen, umarmten sie sich. Heute wird der Brauch auch so abgewandelt, wenn sich ein junges Pärchen unter dem Mistelzweig an Weihnachten küsst, werden sie heiraten. Dieser Brauch hat sich hier in Deutschland auch eingebürgert.

 

Italien: In Italien dauert die Adventszeit vom 6.Dezember bis zum 6. Januar. In Italien gibt es ein Lichterfest am 13.Dezember. Das wird zu Ehren der heiligen Luzia, der Lichterkönigin, gefeiert. Die Legende erzählt, dass die heilige Luzia armen Menschen ihr ganzes Geld vererbt hat. Kinder In manchen Gegenden Italiens ist das Weihnachtspokern üblich. Da laden Familien einmal in der Woche zum Kartenspielen ein. Es wird um Geld gespielt, der Gewinner kauft davon Weihnachtsgeschenke.

Schweden. Auch hier gibt es das Lichterfest zu Ehren der heiligen Luzia. Die Mädchen haben Kränze im Haar mit Kerzen sowie weiße Gewänder mit einem roten Band um die Taille. Traditionell spielt die älteste Tochter in der Familie die Luzia. Das Fest beginnt am Morgen in der Familie, setzt sich in Schulen, Betrieben und Veranstaltungen fort. Der Luzia folgen andere, genau so gekleidet, aber auch Luziaknaben und Wichtel in einer Prozession. Sie singen Luzialieder und es gibt ein bestimmtes Gebäck zu essen, lussekatter. Auch in Norwegen, Dänemark und Finnland erfreut sich dieses Fest wachsender Beliebtheit.

Dänemark: In Dänemark kommt zu Weihnachten der Julemand, das ist der dänische Weihnachtsmann, der die Kinder beschenkt. Seine Helfer sind die Nissen, Wichtel mit roten Mützen. In Dänemark wie überall in Skandinavien werden im Advent die Julkuchen gebacken, Hefekuchen verschiedener Art. Außerdem gibt es ein typisches Adventsessen, eine Art Milchreis, in dem eine Mandel versteckt ist. Wer sie findet, bekommt ein Mazipanschweinchen. Das ist das Zeichen für Glück im nächsten Jahr. Dieses Essen ist auch sehr beliebt an Weihnachten im Familienkreis. (mehr …)

Sizilien – auch im Herbst eine Reise wert….

Kürzlich las ich , dass der Herbst die perfekte Jahreszeit ist, um Siziliens Schönheit zu bewundern.

Im Sommer, wenn die Touristenströme einfallen, um sich in der Sonne braten zu lassen, hat man gar nicht die Ruhe, um mal die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Es gibt auch jetzt noch schöne Tage bis zu 26 Grad warm. Etwas Regen bleibt aber nicht aus.

Da ist beispielsweise Taormina mit seinem berühmten Teatro Greco – im dritten Jahrhundert vor Christus von den Griechen für Schauspiele in den Fels gehauen. Später wurde es von den Römern für Gladiatorenwettkämpfe umgebaut und später auch von Goethe bewundert. Im Herbst hat man die antike Atmosphäre fast für sich. Hinter dem Bühnengebäude erscheint in der Ferne der Ätna, mit über 3300 Metern Europas größter aktiver Vulkan. Weiter unten erblickt man im Norden die bekannte Isola Bella, eine Felseninsel vor der Küste. Diese kann man bei Ebbe sogar über einen Sandstreifen zu Fuß erreichen.

Weiter südlich liegt die Bucht von Geardini-Naxos, damit noch mehr Geschichte. Im antiken Naxos errichteten die Griechen im achten Jahrhundert vor Christus ihre erste Kolonie auf Sizilien. Übrigens war Sizilien einst der Ort, wo viele Adlige, Aristokraten und Künstler auf Bildungsreisen hinkamen. Sie auch wussten Sizilien im Herbst zu schätzen, wenn es nicht mehr so heiß ist, aber man noch gut im Meer baden kann.

In Sant´ Adolfo steht ein außergewöhnlicher Baum: der Castagno dei cento Cavalli, der Kastanenbaum der hundert Pferde. Dazu gibt es eine Legende, die besagt, dass eine Königin einmal während eines Gewitters mit ihren 100 Pferden und mehreren Liebhabern! unter einem Baum mit großem Blätterdach eine Nacht lang kampierte. Heute kann man im Guiness-Buch der Rekorde lesen, dass die Edelkastanie der dickste Baum der Welt ist mit einem Umfang von 57,9 Metern. Das Alter wird auf 4000 Jahre geschätzt.

Da ist es ein Wunder, wenn er die Launen von „Mama Etna“, wie die Sizilianer den Ätna nennen, überstanden hat. Wenn der ausbricht, beschert er den Hängen Verderb, aber auch Gedeih. Das ist zu erkennen an den schwarzen Lavazungen weiter oben, und an der noch im Spätherbst üppig grünen Vegetation weiter unten. Hier gibt es auch die guten Ätna-Weine und die unendlichen Mandarinenhaine.

Das Wetter kann im Herbst auch launisch sein. Das sollten vor allem die Teilnehmer an den beliebten Ätna-Trekkingtouren bedenken. Dann sollte man schnell wieder nach unten. Die Touren werden natürlich mit Führer in Geländewagen angeboten. Außerdem sollte man auf keinen Fall ohne Führer Wanderungen in der Nähe der vier aktiven Krater unternehmen. Da kann es durchaus vorkommen, dass Touren abgesagt werden müssen.

Ein Alternativprogramm ist eine Lavahöhle: Dort wurde früher im Winter meterhoch Schnee gebunkert. Die über das ganze Jahr niedrige Temperatur sorgte dafür, dass die zu Eis gepresste weiße Pracht als Grundzusatz für eine berühmte Inselspezialität zu haben war – Granite, eine Süßspeise.

Es werden auch viele Events angeboten – wie ein Fischmarktbesuch in Catania mit anschließendem Kochkurs, das bietet der Veranstalter Cotumé an. unter: Cotumé.cotume.it nachzuschauen. Thethinkingtraveller.com ist eine Adresse für Übernachtungen sowie Stadtführungen und Ätna-Touren. Von Deutschland aus gibt es Flüge nach Catania von mehreren Fluggesellschaften, wie Easy Jet und Ryan Air

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Edelkastanien – Maronen – im Herbst ein Muss

DDer Herbst steht vielerorts im Zeichen der glänzenden Früchte der Edelkastanie, auch Stachelnüsse genannt. Vor allem im Tessin und in Südtirol sind ganze Landstriche von den mächtigen Bäumen geprägt und allgemein hochgeschätztes Kulturgut. In Ascona gibt es das bekannte Kastanienfest, eines von vielen in den Regionen. Auch in der Südpfalz werden die „Keschdefeste“ gefeiert mit kulinarischen Köstlichkeiten wie Kastaniensaumagen und Kastanienlikör. Und ein einfach dazugehöriges Bild bei den herbstlichen Märkten auch hierzulande bis hin zu den Weihnachtsmärkten sind die Maronenröster.

Etwas zur Historie: Die Edelkastanie gehört zu den Buchengewächsen und stammt aus Asien. Vor 2.000 Jahren kam sie nach Griechenland und Italien. Die allgegenwärtigen Römer, wer sonst, brachten sie auf ihren Eroberungszügen mit in die germanischen Gefilde und pflanzten hier die ersten Maronenbäume an. Seit etwa 500 n. Chr. sind sie auch in Deutschland heimisch, hauptsächlich im milden Klima des Südwestens. Sie sind nämlich frostempfindlich. Heute gibt es die größten Bestände in der Ortenau mit 3.300 ha und in der Südpfalz mit 2.000 ha. Die Edelkastanie fügt sich gut in die hiesige Pflanzen- und Tierwelt ein.

Man kann nicht nur die Früchte verwenden, aus dem Nektar der Blüten und dem Honigtau auf den Blättern entsteht beispielsweise der Kastanienhonig. Für Erkältungen wohlgeeignet, weil er die gereizten Schleimhäute beruhigt. Die Früchte dienten jahrhundertelang in den ärmeren Gebirgsgegenden als Getreideersatz. Aus ihnen stellte die Landbevölkerung ein nahrhaftes Mehl für Brot und Pasta her.

Esskastanien enthalten mehr als doppelt so viele Kohlenhydrate wie Kartoffeln. Außerdem viele Ballaststoffe, Vitamin C und B-Vitamine, sowie wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, dafür einen sehr geringen Fettgehalt. Weil Maronenmehl frei von Gluten ist, stellt es für Menschen mit Zöliakie eine wertvolle Alternative zu Weizenmehl dar. Man kann es, weil es etwas süßlich schmeckt, auch zu Kuchen und Desserts beimischen.

Das Holz der Edelkastanie ist begehrt, weil es hohe Gerbstoffe enthält. Früher benutzte man es zum Ledergerben. Heute wird es sehr gut bei der Lawinenverbauung gebraucht, es kann mehrere Jahrzehnte lang in Eis und Schnee bleiben ohne Imprägnierung. Das wertvolle Stammholz alter Kastanienbäume mit dicken Stämmen wird zu Möbeln verarbeitet. Jüngere Bäume dienen als Brenn- oder Energieholz.

Natürlich gibt es auch viele Rezepte für Maronen, sie oben. Eines wenigstens möchte ich weitergeben, für ein Gericht, das mir sehr gut geschmeckt hat:

Maronen-Suppe mit Curry-Croutôns:

Zutaten für vier Personen: 2 Kartoffeln, je 200 g., 400 g Maronen, gegart und vakuumiert, 1.200 ml Gemüsebrühe, Glas oder instant, 100 g Parmesan, 2 Scheiben Weißbrot, 1/2 TL mildes Currypulver, 1 Bund Petersilie, 200 g Frischkäse, 0,2 % Fett, Pimentpulver, Salz, Pfeffer aus der Mühle.

Zubereitung: Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und mit den Maronen in der Brühe 20 Minuten bei geringer Hitze garen. Parmesan grob reiben. Weißbrot entrinden, in Würfel schneiden, ohne Fett in einer beschichteten Pfanne zu Crôutons rösten. Mit Curry bestreuen, abkühlen lassen. Petersilie hacken, Suppe mit Frischkäse und der Hälfte der Petersilie pürieren. Kräftig würzen. Kurz aufkochen, auf Teller verteilen und mit Parmesan, der restlichen Petersilie und den Curry-Croutons servieren.

 

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